Die Pfaueninsel – eine Perle in der Havel

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Auf der Pfaueninsel lässt sich der Trubel der Großstadt völlig vergessen. Mit dem weißen Schloss, der Meierei und dem Kavaliershaus besitzt die Parkanlage einen besonderen Charme, der zum Träumen verleitet. Kein Wunder, denn die Havelinsel ist eine Werk der deutschen Romantik. Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné verwandelte den Schlosspark in eine Landschaft wie im Märchen. Schon Theodor Fontane beschrieb die Pfaueninsel einst als ein „rätselvolles Eiland, eine Oase, einen Blumenteppich inmitten der Mark”. Die Insel gehört inzwischen zum UNESCO-Welterbe.

Ein romantischer Park

So grün und voller Natur die Insel ist: Auf der Pfaueninsel wurde jeder Quadratmeter künstlich gestaltet. Während Lenné das 98 Hektar große Eiland zwischen 1821 und 1834 in eine märchenhafte Landschaft verwandelte, sorgten namhafte Architekten für fantasievolle Bauwerke. Die 500 Meter breite und 1,5 Kilometer lange Insel war der Lieblingsort der preußischen Königin Luise.

Märchenschloss aus Holz

Bemerkenswert am Schloss ist seine Fassade. Sie sieht zwar aus einiger Entfernung so aus, als sei sie aus Steinen gebaut. Doch die sind nur aufgemalt. In Wirklichkeit besteht die Fassade aus groben Eichenbrettern – einfach und naturnah. Auch im Inneren gibt es kaum überbordenden Prunk. So war es schon zu Luises Zeit. Nach ihrem Tod wurde das Schloss von den folgenden Generationen kaum genutzt und fiel in eine Art Dornröschenschlaf. Deswegen ist das Meiste der Einrichtung noch Original: die Möbel, die Papiertapeten und das “Otaheitische Kabinett“, ein Raum für Sehnsucht und Fernweh. An den Wänden suggerieren riesige Malereien den Ausblick in eine exotische Welt mit Papageien, Palmen und fremden Pflanzen. Die Decke wurde so bemalt, dass Besucher den Eindruck haben, sie säßen in einer mit Bambus gedeckten Hütte. Voraussichtlich bis 2024 ist das Schloss jedoch wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Eine Meierei zum königlichen Freizeitvergnügen

Auch die Meierei am nördlichen Ende der Insel zeigt das Bestreben, der Natur möglichst nah zu sein. Von außen sieht sie aus wie die Ruine einer gotischen Kirche, doch im Inneren konnten sich Luise und ihr Mann beim Kühe melken und Butter herstellen probieren. Es gab zudem noch Ställe und eine Scheune, die zwar landwirtschaftlich genutzt wurden, den Königsfamilien aber vor allem das kurzzeitige Leben auf einem Bauernhof ermöglichen sollten – ohne harte Arbeit, nur als Freizeitvergnügen.

Auf den Spuren von Königin Luise

Da die Insel nicht weit vom königlichen Hof entfernt war, nutzte Luise Ausflüge dorthin, um dem Alltag zu entfliehen. Dort konnte sie mit ihrer Familie ungezwungen sein und die Natur genießen. Noch heute besticht die Pfaueninsel als stiller Zufluchtsort vor den Toren der Hauptstadt. Vom Festland aus ist sie nur mit einer kleinen Fähre zu erreichen. Vom Fährhaus führt ein schmaler Weg vorbei an üppigen Rosen zum westlichen Zipfel der Insel. Hinter dichten Bäumen steht das 1794 erbaute weiße Schloss, mit seinen verspielt wirkenden Türmen und einem eindrucksvollen Blick über die Havel. Erbaut wurde es unter König Friedrich Wilhelm II., der bald danach starb, so dass es vor allem von seinem Sohn Friedrich Wilhelm III. und dessen Frau Luise genutzt wurde.

Luise Prinzessin zu Mecklenburg

Luise, am 10. März 1776 geboren, heiratete mit 17 Jahren Friedrich Wilhelm III. und wurde mit 21 Jahren Königin von Preußen. Sie galt bei ihren Zeitgenossen als schön, anmutig und herzlich und wurde von ihren Untertanen gleichermaßen verehrt und verklärt. Luise verstarb (19. Juli 1810) mit 34 Jahren an einer Lungenkrankheit. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie 10 Schwangerschaften hinter sich. Sieben Kinder überlebten die Mutter: drei Töchter und vier Söhne.

Pfauen und Wasserbüffel

Besuchern bietet die Insel zahlreiche Überraschungen. Denn auch wenn man glaubt, einfach unter Eichen entlang zu spazieren, entdeckt man neben den namensgebenden Pfauen immer wieder verspielte Architektur: den Beelitzer Jagdschirm zur Entenjagd, das Schweizer Haus, eine Meierei, Ställe, das Kavalierhaus mit Danziger Fassade, die holländische Küche, Fregattenhafen, Kastellanhaus, und eine Gewächshausanlage.
Auf dem höchsten Punkt der Insel befindet sich eine eindrucksvolle Wasserfontäne, die von Lenné und dem Hofgärtner Fintelmann sorgfältig ins Parkareal eingebunden wurde. Sie sprudelte erstmals 1825 anlässlich des Geburtstags von König Friedrich Wilhelm III.
Im Sommer grasen übrigens Wasserbüffel das üppig Grün im Landschaftsschutzgebiet ab. Büffelzüchterin Sonja Moor, die Frau des Fernsehmoderators Dieter Moor, bringt ihre Tiere jedes Jahr im Frühling auf die Insel.

Auf der Pfaueninsel entstand rotes Glas

Im 17. Jahrhundert lebte der Alchimist Johann Kunckel von Löwenstein auf der Insel, die ihm vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm auf Lebenszeit geschenkt worden war, um hier ungestört seinen Experimenten nachgehen zu können. Kunckel stellte dort rotes Glas her, was vorher noch niemandem gelungen war. 1689 fiel seine Glasbrennerei einem Brandanschlag zum Opfer. Heute erinnert noch ein Gedenkstein an Johann Kunckel.

Rauchen und Grillen verboten

Die Insel liegt im Süden Berlins und ist nur per Fähre zu erreichen. Rauchen, Grillen, Fahrradfahren oder Skaten sind strikt verboten. Aber man kann sich einen gut gefüllten Picknickkorb mitbringen und auf der Liegewiese in der Inselmitte einen idyllischen Lunch zelebrieren. Dort gibt es auch einen Imbisswagen und die Möglichkeit, sich im Grünen mit einer Kleinigkeit zu stärken.

Fähre zur Pfaueninsel

Mit einer Fähre, die vom Nikolskoer Weg abfährt, gelangt man in wenigen Minuten auf die Insel. Die Fähre fährt regelmäßig je nach Besucheraufkommen alle 15 Minuten, bei Bedarf auch öfter. Fahrräder oder Autos dürfen nicht mit auf die Insel genommen werden.

Papageien-Taucher-Infos

Pfaueninselchaussee 100, 14109 Berlin; Öffnungszeiten: November bis Februar täglich 10-16 Uhr, März und Oktober 9-18 Uhr, April und Oktober 9-19 Uhr, Mai bis August 9-20 Uhr; Achtung: Das Schloss und die Meierei sind geschlossen; Fotoerlaubnis: 3 Euro; Reservierungstelefon: +49 (0) 331.96 94-200; Internet: tickets.spsg.de.

Anfahrt
Buslinie 218 ab Theodor-Heuss-Platz oder S-Bahnhof Wannsee

Betriebszeiten der Fähre: November bis Februar, 10–16 Uhr, März und Oktober 9–18 Uhr, April und September 9–19 Uhr, Mai bis August 9–20 Uhr, Fahrkarte: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkarte 8 Euro.

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie kann es zu Einschränkungen kommen. Es ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Auf der Fähre gilt Maskenpflicht.

Tipp: Zeitfenstertickets am besten in voraus buchen: tickets.spsg.de.

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