Fürstenwalde – kannten schon die Ägypter

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Fürstenwalde liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Berlin an der Spree. Der Fluss bestimmte vielfach die Geschichte der Domstadt, die von Wald und Seen umgeben ist. Zu den derzeit 32.000 Einwohnern zählten einst der Politiker Ottomar Geschke und der Boxer Axel Schulz. Es gibt zwei Rundwege, die durch die historische Altstadt führen. Der erste ist 1,5 Kilometer lang und bringt Spaziergänger zu den wichtigsten historischen Gebäuden. Der zweite führt über eine Distanz von 3,5 Kilometern auch am Spreeufer entlang. Touristen sollten sich Zeit nehmen, den rund um Fürstenwalde ist einige zu entdecken.

Dom Sankt Marien

Der Dom wurde im 15. Jahrhundert auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichte. Die dreischiffige Kathedralkirche aus Backsteinen erlitt im Zweiten Weltkrieg stark Schäden. Nach dem Wiederaufbau präsentiert sich das Gotteshaus im Inneren im modernen Gewand. Jedoch sind zahlreiche historische Bauteile zu sehen. So ist an einem Bogen zwischen den Pfeilern mittelalterliche Malerei zu erkennen. Neben dem Altar steht das zwölf Meter hohe Sakramentshaus. Der sehr filigrane, turmähnliche Sandsteinturm diente einst der Aufbewahrung von Reliquien. Der Altar stammt aus Jüterbog (Domplatz 10, wegen der Corona-Pandemie derzeit geschlossen). Rund um den Dom Sankt Marien lassen sich noch Teil der alten Stadtmauer erkennen. In der Nähe befindet sich der Bullenturm, der zur Stadtbefestigung gehörte. Vor den Mauerresten befindet sich ein Steingarten mit Findlingen.

Bischofsschloss und Kulturfabrik

Das Bischofsschloss neben dem Dom stammt aus dem 14. Jahrhundert. Bereits die Askanier hatten an dieser Stelle eine Burg errichtet. Später entstand dort im Auftrag der Bischöfe von Lebus ein Schloss. Im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude durch einen Brand zerstört. Die heutige Gestalt erhielt das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts. Wer will, kann im Restaurant in dem historischen Gebäude eine Pause einlegen.
Auf einem Teil des Areal neben der Kirche entstand ein Fabrikgebäude, das erst als Brauerei, dann als Margarinefabrik und schließlich als Kaufhaus diente. Im dem roten Backsteinbau ist heute die Kulturfabrik angesiedelt.

Museum Fürstenwalde

Das Museum Fürstenwalde am Domplatz 7 informiert über die Erd-, Ur- und Frühgeschichte. Das Haus besitzt eine der größten Geschiebesammlungen der Eiszeit in Europa. Außerdem wird die Stadtgeschichte in einer Schau dargestellt (Telefon: +49 (0) 3361-2130; Öffnungszeiten: November bis März Di-So 13-16 Uhr, April bis Oktober Di-So 13-17 Uhr, Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro; Internet: museum-fuerstenwalde.de). Vor dem Museum steht ein ausgedienter Leuchtturm und ein Taubenhaus aus dem 19. Jahrhundert. Die Kacheln stammen aus einer Fabrik aus Fürstenwalde.

Rathaus mit Brauereimuseum Fürstenwalde

Das zweigeschossige Alte Rathaus entstand um 1500. Der Turm wurde 1624 hinzugefügt. In den spätgotischen Backsteinbau Am Markt 1 ist inzwischen eine Galerie eingezogen. Im Brauereimuseum können Besucher beim Bier brauen zu sehen und Füstenwalder Bier probieren (Telefon: +49 (0) 3361-7600841; Öffnungszeiten: November bis März Di-Do 13-16 Uhr, April bis Oktober Di-So 13-17 Uhr; Eintritt frei, Spenden erwünscht; Internet: brauereimuseum-fuerstenwalde.de).

Das Schmalstes Haus in Fürstenwalde

In Fürstenwalde gibt es einige sehenswerte Häuser. Zu den interessantesten zählt unter anderem das Schmalste Haus an der Tuchmacherstraße 12. Das Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert ist nur 3,83 Meter breit. An der Ecke Mühlen-, Tuchmacherstraße versteckt sich hinter dem Eckgebäude die alte Brauerei „Sieber und Stimmig.“ An der Domstraße 1 steht ein altes Wohnhaus. Das Eckhaus daneben ist etwa 200 Jahre alt. An der Schloss- Ecke Mühlenstraße dokumentiert das sogenannte „Mords-Eck“ ein Stück Brauereigeschichte. Seit dem Mittelalter wurde an dieser Stelle Bier gebraucht. Das heutige Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Weberhäuser und Heimtiergarten

Eine besondere Bewandtnis hat es mit den vier Weberhäuser am Spreeufer. Sie entstanden zwischen 1774 und 1776 auf dem sogenannten Sauanger an der heutigen Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. Die Doppelhäuser wurden für sächsische Weber gebaut, die Damast herstellten. König Friedrich II. wollte damit einen neuen Wirtschaftszweig in Preußen ansiedeln. Die Siedler erhielt im ersten Jahr 900 Thaler Unterstützung. Als weitere Zahlungen ausblieben, zogen die Weber jedoch weiter. Die Häuser wurde an Füstenwalder Bürger verkauft.
An der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße liegt auch der Stadtpark mit alten Bäumen und etlichen Trimm-Dich-Stationen. Außerdem gibt es einen Heimtiergarten mit heimischen Tierarten wie Hirschen, Wildschweinen, Adlern, Eulen und Ottern (Öffnungszeiten: April bis September täglich 9-18 Uhr, Oktober bis März 9-16 Uhr; Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Familienkarte 12,50 Euro).

Spreepromenade

Ein neuer Weg für Spaziergänger führt von der Spreebrücke bis zum Stadtpark am nördlichen Spreeufer entlang. Zwischen Spree und Dr.-Wilhelm-Külz-Straße lag einst die Maschinenfabrik und Eisengießerei C. Henry Hall. Heute befindet sich auf dem einstigen Fabrikgelände eine Wohnanlage. Am Ende der Spreepromenade Weges liegt an der Henry-Hall-Straße das einstige Abwasserpumpwerk, das inzwischen als Wohnhaus dient.

Schloss Fürstenwalde

Das Jagdschloss von König Friedrich I. wird derzeit saniert. Das barocke Schloss mit Lustgarten des Hofbaumeisters Martin Grünberg entstand um 1699. Grünberg baute unter anderem die Parochialkirche und den Deutschen Dom. Er zeichnet auch für dem Umbau des Schlosses Grunewald verantwortlich. Nach dem Tod von Friedrich I. 1713 verfiel das Anwesen und diente zeitweilig als Obdachlosenunterkunft. König Friedrich II. nutze das Gebäude schließlich als Getreidespeicher fürs Militär und ließ im Lustgarten weitere Speicher bauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Lager genutzt. Derzeit wird das Haus saniert.

Schon die Ägypter kannten den Ort an der Spree

Im 1. Jahrhundert soll es im Gebiet von Fürstenwalde eine slawische Siedlung namens Susudata gegeben haben, die bereits Ptolemäus in einem Atlas erwähnt. Fürstenwalde war einst Dreh- und Angelpunkt in der Schifffahrt. Bis zur Furt war die Spree schiffbar. Danach mussten Waren umgeladen werden. Das brachte der Stadt schnell Reichtum, den die Bischöfe für die Kirche einstrichen. Fürstenwalde war auch in den Streit um den falschen Waldemar verwickelt: Die Bischöfe von Lebus erkannten den Hochstapler an, Fürstenwalde aber nicht. Erst Ende 1348 kam Markgraf Ludwig der Stadt zu Hilfe. Kaiser Karl IV. erwarb die Stadt 1373 von den Wittelsbacher. Der Bischofssitz in Lebus wurde im diesem Krieg zerstört. Die Bischöfe zogen nach Fürstenwalde und die Stadt wurde der dritte wichtige Bischofssitz in der Mark Brandenburg.

Papageien-Taucher-Info/Tipps

Touristen-Information: Mühlenstraße 1, 15517 Fürstenwalde/Spree; Telefon: +49 (0) 3361-760601; Öffnungszeiten: Mo-Fr. 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr; dort gibt es auch Räder zu mieten; Internet: fuerstenwalde-tourismus.de/tourismusbuero.html

Anfahrt
A100, A10, A113 und A12 bis Saarower Chaussee bzw. Fürstenwalde-West, B 96, B168
Bahnlinie RE1 Richtung Frankfurt/Oder

Veranstaltungen: Stadtfest Ende Mai, Drachenbootregatta und Highland Games, Ende August Rock für den Wald.

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie haben alle öffentlichen Einrichtungen geschlossen.

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Bildquellen

  • fuerstenwalde-st-marien: papageientaucher

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