Ribbeck – berühmtes Dorf mit Schloss, Birnbaum und Barfuß-Pfad

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Ribbeck ist ein Sehnsuchtsort für Fontane-Fans. Im Ort steht das Schloss, in dem einst der Gutsherr wohnte, der Birnen verschenkte. Dort können Besucher speisen, heiraten oder das Museum besuchen. Das neobarocke Gebäude wurde 2009 aufwändig restauriert. Im Hochparterre ist ein Flügel der Geschichte des Ortes gewidmet. Das gleichnamige Dorf gehört zu Nauen und hat sich rund um das Gut entwickelt. Im zweiten Flügel befindet sich das Schloss-Restaurant. Im Obergeschoss können sich Paare das Ja-Wort geben.

Fontanes Loblied auf den Herrn von Ribbeck

Berühmt geworden sind Ort und Schloss durch ein Gedicht des märkischen Schriftstellers Theodor Fontane. Danach verschenkte der Gutsherr Hans Georg von Ribbeck (1689-1759) auf Ribbeck im Havelland im Herbst gerne Birnen an vorbeikommende Kinder.

Museum im Schloss

Im Museumstrakt vermittelt die Hofseite mit Möbeln der Gründerzeit ein Bild von der einstigen Einrichtung. Auf der anderen Seite zeigt ein Raum Funde aus der Vor- und Frühgeschichte wie ein Mammutzahn oder ein Modell einer slawischen Befestigungsanlage wie in Raddusch. Im Flur ist die Entwicklung der Familie von Ribbeck dargestellt.

Die Geschichte der Familie von Ribbeck

Im 14. Jahrhundert wird im Landbuch Kaiser Karl IV. erstmals ein Dorf Ribbeck erwähnt. Bereits im 13. Jahrhundert war die Familie dort ansässig. Über die Jahrhunderte erwarb die Familie weiteren Grundbesitz, unter anderem in Spandau. Der letzte Hausherr wurde im Zweiten Weltkrieg von der Gestapo im KZ Sachsenhausen umgebracht. Danach wurde der Grundbesitz enteignet, die Witwe musste mit den Kindern das Dorf verlassen. Nach dem Krieg zog ein Pflegeheim ins Schloss. Ein Enkel, Friedrich-Carl von Ribbeck, ist 2006 mit seiner Familie ins Dorf zurückgekehrt und betreibt die Brennerei.

Die Brennerei und Altes Waschhaus

Rund um das Schloss hat sich im Lauf der Jahrhunderte das Dorf entwickelt. Neben der Dorfkirche gibt es ein altes Waschhaus, eine Schule, ein Theater und die Brennerei. Die Brennerei entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie produzierte einst bis zu 114000 Liter Kartoffelschnaps im Jahr. 2001 kaufte Familie Ribbeck die von ihren Vorfahren erbaute Brennerei. Seit der Sanierung wird dort wieder Schnaps gebrannt und Essig angesetzt – unter anderem aus Birnen. Die Ribbeckschen Produkte sind im Hofladen des Alten Waschhauses käuflich zu erwerben (Am Birnbaum 6; Telefon: 033237-85106; Öffnungszeiten: Do-So 11-17 Uhr; Internet: waschhaus-ribbecke.de).

Alte Dorfkirche mit Familiengruft

Die alte Dorfkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Unter dem südlichen Kirchenanbau befindet sich die Gruft der Familie von Ribbeck. Dort wird auch der Stumpf des alten Birnbaums aufbewahrt, den Fontane in seinem Gedicht beschrieb. Die  beiden Birnbäume auf den Kirchenanger sind Nachpflanzungen (Am Birnbaum 2; Telefon: 0172 4692804; Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 10-18 Uhr, November bis März Freitag bis Sonntag 10-16 Uhr; Internet: kirche-ribbeck.de).

Die Alte Schule von Ribbeck

In der 1841 erbauten Schule ist heute ein Café, in dem das alte Klassenzimmer zu sehen ist. Hinter dem Haus ist ein schöner Café-Garten. Von dort startet der Barfuß-Pfad. Im Café gibt es zudem einen Fahrradverleih (Am Birnbaum 3, Telefon: 033237-85458; Öffnungszeiten: täglich von 10-18 Uhr, Oktober bis März bis 17 Uhr, Heiligabend und Silvester geschlossen; Internet: alteschule-ribbeck.de).

Kuchen und Brot beim Ribbäcker

In der alten Pfarrscheune ist das Café Ribbäcker zu Hause. Neben Kaffee und Kuchen wird am Wochenende der Holzofen angeworfen, um Brot zu backen (Am Birnbaum 5; Telefon: 0172-7708056; Öffnungszeiten: April bis Oktober Mi-So 11-18 Uhr, November bis März 11-17 Uhr; Internet: ridbaecker.de).

Landhaus Ribbeck

Das Landhaus Ribbeck versteht sich als Kulturort. Der denkmalgeschützte Schafstall von 1860 wurde aufwändig renoviert. Im Gebäude befinden sich Ateliers, das Café Monet und Gästezimmer. Einmal im Monat lädt das Café zu einem Tango-Abend ein. Im Winter wird der Kamin beheizt (Uhlenburger Weg 2b, Telefon: 033237-869838; Café-Öffnungszeiten: Mi-Fr 15-21 Uhr, Sa u. So 13-21 Uhr; Internet: landhaus.ribbeck.de).

Gräberfeld unter dem Parkplatz

Wer hinter dem Schloss sein Auto auf dem Besucher-Parkplatz abstellt, parkt auf einem ehemaligen Friedhof. Bei Bauarbeiten entdeckten Arbeiter das größte slawische Gräberfeld im Havelland. Der Friedhof stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert, als der Ort Ribbeck noch nicht existierte. Weitere Funde stammen aus der Eisen- und Bronzezeit. Besonders interessant ist eine dreitausend Jahre alte handspannengroße Nadel, von der bisher nicht bekannt ist, woher sie stammt.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Museum im Schloss: Theodor-Fontane-Straße 10, 14641 Nauen, Ortsteil Ribbeck; Telefon: 033237-85900; Öffnungszeiten: täglich 11.30-17 Uhr; Eintritt: 3 ermäßigt 2 Euro; Restaurant: +49 (0) 33237-859015; Montags geschlossen; Internet: schlossribbeck.de

Anfahrt über die die Bundestrasse 5 bis Nauen, dann weiter in Richtung Kyritz; Bahn: Die Regionalbahn RE 2 bis Nauen oder Paulinenaue, Bus 661 (fährt am Wochenende dreimal pro Tag ab Nauen).

Tipp: Von Ribbeck aus ist es nicht weit bis zum Landgut Stober in Groß Behnitz. Ob zu Fuß oder mit dem Rad, der fünf Kilometer lange Weg führt durch den Wald und die Ribbecker Heide bis zum Landgut Stober.

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Bildquellen

  • Schloss Ribbeck im Havelland: papageientaucher

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