Günter-Grass-Haus – der Kunst auf der Spur

Das Günter-Grass-Haus ist wegen der Doppelbegabung seines Namenspatrons nicht nur ein Hort der Literatur. Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass (1927-2015) war auch Bildhauer, Grafiker und Maler. Dieser doppelten künstlerischen Begabung ist das Museum auf der Spur. Im Forum für Literatur und Bildende Kunst gibt es dazu auch regelmäßig Lesungen und wechselnde Ausstellungen.

Die Sammlung von Günter Grass

„Das Ungenaue genau treffen“ ist der Titel der Ausstellung mit Exponaten aus der Sammlung des Schriftstellers und Malers. Das Museum verfügt über 1300 Zeichnungen, Lithografien, Aquarelle und Radierungen sowie zahlreiche Manuskripte. Eine gesonderte Schau zeigt Grass als Soldat. Lange hatte der Schriftsteller verschwiegen, dass er bei der Waffen-SS war. In einer Multimedia-Installation lassen sich die Marschrouten der SS-Panzerdivision aufrufen, der Grass angehörte. Außerdem können Besucher in seiner Kriegsgefangenen-Akte stöbern und sich Fotos ansehen.

Zeichnungen von Janosch und Cornelia Funke

Neben den Exponaten von Günter Grass ergänzen weitere Ausstellungen das Spektrum, so waren bereits Zeichnungen von Janosch und Cornelia Funke zu sehen, Arbeiten von Ernst Barlach, Arno Schmidt oder Hermann Hesse und Johann Wolfgang von Goethe.

Literaturnobelpreisträger Günter Grass

Günter Gras, 1927 in Danzig geboren, studierte nach dem Krieg an der Düsseldorfer Kunstakademie Grafik und Bildhauerei. Mitte der 1950er-Jahre begann er als Schriftsteller zu arbeiten. Mit seinem ersten Roman, „Die Blechtrommel“ gelang dem damals 31-Jährigen der Durchbruch.

1999 erhielt er für sein Lebenswerk den Literaturnobelpreis. Dabei würdigte die Jury, dass Grass das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat. Denn in seinen Schriften geht es häufig um das Vergessen und die Schuld in Folge des Zweiten Weltkrieges. Grass engagierte sich gegen Atomkraft und gründete eine Stiftung zu Ehren der Sinti und Roma.

Shoppen im Günter-Grass-Haus

Im Museums-Shop gibt es limitierte Druckgrafiken, die extra für das Museum in Lübeck angefertigt wurden: von Janosch und Günter Grass sowie von Tintenherz-Autorin Cornelia Funke. Besucher können aber auch den Butt von Günter Grass im Miniformat als Anhänger erwerben.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Adresse: Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck; Telefon: 0451-1224230; Eintritt: 7, ermäßigt 3/2,50 Euro; Öffnungszeiten: Januar bis März dienstags bis sonntags 11-17 Uhr, April bis Dezember täglich 10-17 Uhr; Internet: grass-haus.de

Tipp: Das Günter-Grass- und das Willy-Brandt-Haus sind über den Skulpturengarten verbunden. Im Garten ist unter anderem der bekannte „Butt in der Hand“ zu sehen. Wer vom Willy-Brandt-Haus kommt, benötigt eine Eintrittskarte für das Grass-Haus. Sie ist im Brandt-Hauses erhältlich.

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Bildquellen

  • Günter-Grass-Haus in der Glockengießerstraße 21 in Lübeck: papageientaucher

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