Zichow – Mühle, Schloss und Laubenhaus

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Zichow liegt zwischen Prenzlau und Schwedt. Ursprünglich lebten Slawen in dem Ort, der heute etwas mehr als 500 Einwohner hat. Im Zuge der Ostkolonisation im 13. Jahrhundert entstand dort eine Burg. 1288 taucht der Ortsname erstmals in einer Urkunde des Klosters Gramzow auf. Neben den Schloss sind die alte Mühle sowie ein Laubenhaus weitere Denkmäler in Zichow

Barockes Schloss im Zerfall

Das genaue Datum der Entstehung der Burg ist nicht bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Wehranlage Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Der Bergfried oder Fangerturm zeugt heute noch von der damaligen Burganlage. Markgraf Ludwig der Römer trat Burg und Ländereien 1354 an Pommern ab. Knapp 100 Jahre später gehörte das Areal wieder zu Brandenburg. Von 1456 bis 1945 lebte die Familie von Arnim dort. Nach einem Brand entstand 1745 auf den Fundamenten der Burg ein Schloss. Der zweigeschossige Barockbau hat die Form eines L´s. Zum denkmalgeschützten Schlossensemble gehören das Gutsverwalterhaus, die Ställe, Brunnenhaus, Remise, Speicher sowie der Teich mit Garten. Bis 1990 war im Schoss die Schule untergebracht. 2015 verkaufte die Gemeinde das Anwesen an einen Privatinvestor.

Mühle und Vorlaubenhaus in Zichow

Die alte Mühle von Zichow steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Sie wurde 1898 auf einer Anhöhe errichtet. Die Holländerwindmühle ist im unteren Teil gemauert und daher sehr stabil. Der Müller Daniel aus Bernau errichtete die Mühle 1898. Die Flügel wurden bei einem Gewitter 1921 abgerissen. Das Technische Kulturdenkmal ist beim Mühlentag am Pfingstmontag zugänglich. Von der Mühle aus haben Besucher einen tollen Blick über Zichow und Umgebung.

Direkt an der Dorfstraße 41 steht ein Vorlaubenhaus. Im Erdgeschoss bildet sich vor dem Eingang des Hauses eine Arkade. Der erste Stock des Gebäude ruht auf Säulen. Früher dienten diese Arkaden zum Unterstellen von Gespannen. Das ursprüngliche Fachwerk ist verputzt. In früheren Zeiten lebten in solchen Häusern Mensch und Vieh unter einem Dach.

Außenlager des KZ Ravensbrück

Direkt an der B 198 lag das Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück. Es war im Alten Speicher am Schlossareal eingerichtet worden. Die Frauen, die meisten von ihnen aus politischen Gründen inhaftiert, mussten auf Gut Zichow alle Arbeiten erledigen, die normalerweise von Männer ausgeführt wurden. Dazu zählte Gemüse und Getreide ernten und Holz fällen und hacken. Der damalige Besitzer des Gutes, Graf Adolf Julius Albrecht Bernd von Arnim, forderte die Zwangsarbeiter 1944 an, da die Männer alle in Krieg waren. Die Frauen wurde kurz vor Kriegsende 1945 nach Ravensbrück überführt. Später war in dem Gebäude eine Kita untergebracht.

Papageien-Taucher-Info

Schloss: Dorfstraße 28, 16306 Zichow

Anfahrt

Autobahn A 11, Ausfahrt Gramzow, B 198

Bahnlinien RE 3 bis Prenzlau, danach Buslinie 403 bis Zichow

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