Werder an der Havel – Sehenswürdigkeiten der Blütenstadt

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Werder an der Havel ist vor allem wegen seines Baumblütenfestes ein Begriff. Die Altstadt liegt – einst strategisch günstig – auf einer Insel in der Havel. Dort siedelten bereits Slawen. Inzwischen ist Werder mit seinen 26600 Einwohnern längst über die Altstadt hinausgewachsen und hat sich über das westliche Havelufer ausgebreitet. Das Obstanbauzentrum ist auch außerhalb der Baumblütensaison einen Besuch wert. Ein Rundwanderweg führt an verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Panoramen einmal um die Insel herum.

Kirche Maria Meeresstern

Die katholische Kirche Maria Meeresstern liegt direkt am Ufer der Föhse. Der neugotische Backsteinbau wurde 1906 geweiht. Nötig war der Kirchenneubau, weil viele Saisonkräfte der Obstplantagen katholischen Glaubens waren. Bevor die Kirche fertig war, fanden katholische Gottesdienste in einer Gaststätte statt (Uferstraße 9, 14542 Werder; Internet: peter-paul-kirche.de/images/buecher/Kirchenkarte_Werder_kl.pdf).

Heilig-Geist-Kirche

Auf dem Platz, auf dem um 1250 die Zisterzienser die erste Kirche auf der Insel errichteten, steht seit 1858 das neugotische Gotteshaus. Es beruht auf Plänen von August Stüler. Dabei wurden Baumaterialien der Vorgängerkirche wieder verwendet. Der Innenraum wurde Ende des 20. Jahrhunderts nach alten Vorbildern restauriert (Kirchstraße 9, 14542 Werder; Öffnungszeiten: täglich 9-18 Uhr, derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen).

Altes Rathaus in Werder an der Havel

Das alte Rathaus entstand 1879 durch dem Umbau der alten Fachwerkschule. Das Gebäude steht auf der höchsten Erhebung der Insel, auf dem Mühlenberg. Aktuell ist dort unter anderem das Standesamt zu finden. Im nahegelegenen alten Stadtgefängnis ist das Obstbaumuseum untergebracht.

Obstanbaumuseum

Das Obstanbaumuseum an der Kirchstraße 6/7 wurde von zwei Gartenbauarchitekten 1959 gegründet. Im Museum wird die Geschichte der Stadt Werder präsentiert, die stark mit dem Obstanbau verbunden ist. Fotos, Dokumente sowie Kleidungstücke und handwerkliche Geräte verschaffen Besuchern einen Eindruck vom Leben in früheren Jahrhunderten (Telefon: +49 (0) 3327-783371/74; Öffnungszeiten: Mi 11-17 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr, derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen).

Bockwindmühle

Die Bockwindmühle ist die letzte der drei Mühlen in der Stadt Werder. Sie war bis 1949 in Betrieb. Leider wurde sie bei einem Brandt 1973 zerstört. Die aktuelle Bockwindmühle stammt aus Jessen. Nach umfangreicher Restaurierung wurde die Mühle 1991 als Museum eröffnet. Die Mahlsteine der alten Mühle können Besucher auf dem Gelände bestaunen (Auf dem Mühlenberg; Telefon: +49 (0) 3327-783-372/73; Öffnungszeiten: 15. April bis 15. Oktober Fr 11-16 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr sowie am Mühlentag Pfingstsonntag 13-18 Uhr, Eintritt: 1,50 Euro, ermäßigt 1 Euro; Internet: werder-havel.de).

Lendelhaus

Das Lendelhaus erbaute 1789 der Gutbesitzer Kaehne, der auf Schloss Petzow wohnte. Das Stadtpalais Am Markt 21 erwarb Anfang des 20. Jahrhunderts die Familie F. W. Lendel, die auf dem Areal Obstwein, Säfte und Marmelade produzierte. Inzwischen gibt es in dem Haus Ferienwohnungen. Wer will, kann in einem der 18 Apartments übernachten.

Der Maler Karl Hagemeister lebte in Werder

An der Kirchstraße 14 steht das Geburts- und Sterbehaus des Landschaftsmalers Karl Hagemeister (1848-1933). In seinen Kinder- und Jugendjahren begleitete er seinen Vater, den Obstzüchter Carl Friedrich, sowohl beim Obstanbau, als auch beim Fischen und Jagen. Diese Jahren prägten den kunstbegabten Jungen. Einen wichtigen Einfluss übten auch die französischen Impressionisten auf Hagemeister aus, die er bei einer Reise nach Frankreich in den 1880-er-Jahren studierte und kennenlernte. Jedoch spielten märkische Landschaften immer die Hauptrolle im Schaffen von Hagemeister. Er arbeitete viel in der freien Natur und verbrachte die letzten Jahrzehnte seines Lebens in dem Haus seiner Familie in Werder. Das Grab von Hagemeister ist auf den Inselfriedhof zu finden.

Inselrundgang durch Werder

Eine gute Möglichkeit, Werder zu erkunden, bietet sich beim Inselrundgang an. Die 2,5 Kilometer lange Stecke führt an allen wichtigen und interessanten Orten in Werder vorbei. Das reicht von schönen Ausblicken über die Havel bis zum Gang über den Markt, vorbei an alten Fischerhäusern bis zur Heilig-Geist-Kirche und der Bockwindmühle.

Schöne Aussicht von der Bismarckhöhe

Auf den einstigen Galgenberg errichtet Gustav Altenberg 1898 einen Turm und einen Ballsaal. Im Erdgeschoss des Turms betrieb die Familie damals eine Gaststätte. 2002 erwarb die Stadt das Areal am Hohen Weg 150 von der Treuhand. Der Freundeskreis Bismarkckhöhe richtete ein Morgensternmuseum und eine Turmgalerie ein. Denn der Dichter Christian Morgenstern verfasste einst in Werder seine Galgenlieder. In den Sommermonaten öffnet zudem ein Biergarten. Während der Öffnungszeiten konnten Besucher bisher von der Aussichtsplattform die schöne Aussicht genießen. Ob es bei der kulturellen Nutzung bleibt, ist ungewiss. Die Stadt plant einen Verkauf der Liegenschaft (Internet: bismarckhoehe.com).

Der Wachtelberg ist das nördlichste Weinanbaugebiet

Der 84 Meter hohe Wachtelberg ist das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Dort reifen die Trauben von Müller-Thurgau oder Muscaris auf einer Fläche von fünf Hektar heran. In der Straußwirtschaft “Weintiene” können Besucher die regionalen Tropfen verkosten. Bei den Tagen der offenen Weinberge am 12./13. Juni 2921 und beim Hoffest am 6./7. November steht der Weinberg und die Kelterei offen (Wachtelwinkel 30, Telefon: 03327-741410; Öffnungszeiten: Ostern bis Mitte Oktober Fr ab 14 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr im August wochentags 14-20 Uhr); Internet: weinbau-lindicke.de/termine).

Dampferfahrten

Mehrere Reedereien steuerten Werder an. Neben der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH und der Weißen Flotte Potsdam auch die Reedereien Herzog und Kuhl. Kuhl bietet Ausflugsfahrten zum Schwielowsee und Großen Zernsee an. Die Stern und Kreis Schifffahrt steuert Werder von Berlin aus an. Wegen der Corona-Pandemie stehen aber noch nicht alle Routen für 2021 fest (Internet: werder-havel.de).

Baumblütenfest

Seit 1879 laden die Obstbauern im Frühjahr zum Baumblütenfest ein. Bereits im ersten Jahr brachten Sonderzüge scharrenweise Berliner in die Obstanbaustadt. Bis 1979 wurde das Baumblütenfest rund um den 1. Mai ausgiebig gefeiert. Danach setzte eine zehnjährige Pause ein. Erst nach der Wiedervereinigung wurde die Tradition erneuert und das Volksfest entwickelte sich zum Magneten mit mehr als einer dreiviertel Million Besuchern. Mit steigender Besucheranzahl nahm jedoch der Vandalismus zu, so dass die Stadt künftig das Fest kleiner und familiären gestalten will. Nachdem wegen der Corona-Pandemie das Fest 2020 abgesagt wurde, fällt die Feier auch 2021 aus. Aber Werder ist auch ohne Obstweinausschank einen Besuch wert, wenn die Bäume blühen.

Papageien-Taucher-Info/Tipps

Tourist-Information: Plantagenplatz 9, 14542 Werder; Telefon: +49(0)3327783372; Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 13-17 Uhr; Internet: werder-havel.de

Tipp: Jeden Freitag ist in der Altstadt von 8-15 Uhr Unter den Linden Markt, jeden Samstag von 8-15 Uhr bieten Bauern auf dem Frischemarkt an der B1  am Werderpark ihre Produkte an

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie kann es zu Einschränkungen kommen

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Bildquellen

  • werder-kirschbluete: papageientaucher

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