San Miniato – von Barbarossa bis zu Napoleon

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San Miniato liegt auf einem Hügel südlich von Empoli. Die Stadt mit 28000 Einwohnern besticht durch ihre besondere Lage an drei Hügelkämmen. Die Häuser schmiegen sich eng an die Felsen. Die uneinnehmbare Lage nutzten schon die Etrusker und Römer, um zwei wichtige Straßen zu kontrollieren: Die Via Francigena und die Römerstraße von Pisa nach Florenz. Heute pilgern Reisende durch die enge Straßen, die in Serpentinen zum Gipfel führen. Obwohl im Zweiten Weltkrieg vieles zerstört wurde, präsentiert sich San Miniato heute wieder in mittelalterlichem Gepräge.

Domplatz von San Miniato

Auf den höchsten Hügel liegt der Domplatz. Drei Wege führen hinauf. Einer, der älteste, ist sehr steil und geht unter der
Festungsmauer hindurch. Kaiser Otto der Große machte San Miniato 962 zum Verwaltungszentrum für Mittelitalien. Der Staufer Friedrich „Barbarossa“ ließ 1218 auf dem Gipfel die Burg errichten. Dort wurden die Abgaben aus Italien gesammelt. Deshalb trägt San Miniato noch heute den Beinamen „tedesco“ (dem Deutschen). Im einstigen Palast von Friedrich II. ist heute ein Hotel untergebracht.
Der Bischofspalast und der Palast der Landvögte umgeben den Domplatz. Der Turm des Bischofspalastes stammt aus dem 13. Jahrhundert. Das Gebäude wurde mehrmals modernisiert. Im Inneren befindet sich die Kapelle, die der Himmelfahrt und San Giovanni Battista gewidmet ist. Direkt unter dem Eingang des Hauses führt die steile Treppe unter der Festungsmauer hindurch zur Piazza della Repubblica.

Im Dom stehen goldene Statuen

Der Dom Santa Maria Taunass e San Genesio bildet den Mittelpunkt der Stadt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert steht auf den Fundamenten der alten Kaiserburg. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Glockenturm Torre di Matilde war einst ein Wehrturm der Festung. Das Innere der Kirche ist sehr prachtvoll. Die überlebensgroßen, vergoldeten Statuen erschlagen den Besucher beinahe. Wer mehr kirchliche Schätze sehen will, sollte das Dommuseum neben der Kirche besuchen. Dort sind unter anderem Werke von Filippo Lippi, Neri di Bicci und Fra Barlomeo zu sehen (Öffnungszeiten: Sommer 10-13 Uhr sowie 14-17 Uhr, Winter Fr 10-13 Uhr und 14-17 Uhr sowie Sa/So 10-13 Uhr, Eintritt. 2,50 Euro). Eine Gedenktafel an der Kathedrale erinnert an das Massaker 1944 bei dem 55 Menschen ums Leben kamen.

Der Turm von Barbarossa

Vom Domplatz aus haben Besucher eine tolle Aussicht auf die Toskana. Wer dem Weg nach oben folgt, kommt nach einem Fußweg zum Torre di Federico II, dem Friedrichsturm. Er ist eines der weniger Überbleibsel von Barbarossas Festungsanlage. Der Turm wurde im Zweiten Weltkrieg von Deutschen gesprengt und 1958 wieder aufgebaut (Öffnungszeiten: April bis Mai Di-So 11-18 Uhr, Juli bis September Di-So 11-18 Uhr, Oktober bis März Di, Fr u. Sa 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, So 10-17 Uhr, Dezember bis März 14-18 Uhr 10-15 Uhr, 25. Dezember und 1. Januar geschlossen; Eintritt: 3,50 Euro).

Palazzo del Seminario

Ein beeindruckendes Gebäude ist der Palazzo del Seminario an der Piazza della Repubblica. Das Priesterseminar wurde 1713 geschaffen und schmiegt sich teilweise an die alten Stadtmauer. Daher rührt die leicht gebogene Form des Gebäudes. Die Fassade ist mit Fresken von Francesco Di Pietro Chimenti aus Fuecchio geschmückt. In den Medaillons sind sind fromme Sprüchen von Kirchenvertretern zu lesen.

Napoleon besuchte den Palazzo Formichini

An der Via Novembre steht der Palazzo Formichini. Das Renaissance-Gebäude gab Vittorio di Battista Bonaparte in Auftrag, ein ehemaliger Verwandter des französischen Kaisers Napoleon. Der besuchte seine Verwandten mehrmals in San Miniato. Heute gehört der Palast der Sparkasse von San Miniato. Diese Sparkasse wurde 1886 im Ort gegründet. Im Palast befindet sich eine Kunstsammlung, die nicht öffentlich zugänglich ist.

Palazzo Comunale – Rathaus mit Oratorium

Das Rathaus stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert ist der Ratssaal, der Saal der Sieben Tugenden. Neben den Adelswappen stellt ein Fresko von 1393 die die Jungfrau Maria dar. Im Erdgeschoss befindet sich das Oratorium von Lorentino. Das war die Kapelle für die Stadtverwaltung. Ein Freskenzyklus aus dem 15. Jahrhundert schmückt die Wände der Kapelle (Öffnungszeiten: April bis Mai und September: Sa 10-13 Uhr und 14-18 Uhr, So und feiertags 11-18 Uhr, Juli bis August Mo, Do, Fr, Sa 10-13 Uhr und 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr, Oktober bis März: jeden erste So 13-17 Uhr;. Eintritt 2,50 Euro) .

Sehenswürdigkeiten von San Miniato

Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten von San Miniato gehören die Festung Federiciana mit Barbarossa Turm, das Diözesanmuseum für sakrale Kunst und das Rathaus. Außerdem zählt dazu die Sammlung Archconfraternita of Mercy im Palazzo Roffia, die religiöse Gegenstände der Bruderschaft ausstellt. Sehenswert sind zudem die drei Kapellen an der Via Angelica und das ehemalige Damenkloster Santa Chiara an der Via Roma (Öffnungszeiten: Oktober bis März Mo-Fr 9-13 Uhr, Sa So 14-17 Uhr, April bis September Mo-Do. 9-13 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr, Eintritt: 2.50 Euro. Im Palazzo Migliorati befindet sich die Akademie der Eutelianer. Die ehemalige Akademie der Wissenschaft wurde 1748 gegründet. Sie besitzt die Totenmaske von Napoleon Bonaparte (Öffnungszeiten: Sa/So 16-19 Uhr, an anderen Tagen nur mit kostenpflichtiger Reservierung). Außerdem gehört das Archäologische Gebiet von San Genesio (Nationalstraße 67, Ecke Capocavallo) zum Paket „sistema museale“. (Infos unter Telefon: +39348-7187908 oder Internet sistemamuseale@commune.san-miniato.pi.it)
Für den Turm, das Rathaus und die Archäologische Stätte gibt es ein Kombiticket für 8 Euro.

Gemütlich leben und weiße Trüffel genießen

Die Stadt gehört zum Verbund von „Cittáslow“. Der Verbund propagiert die Entschleunigung des Lebens. Rund um San Miniato werden vor allem weiße Trüffel geerntet. Im November lädt die Stadt an drei Wochenenden zum Trüffelfest ein.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Touristeninformation: Piazza del Popolo 1; Telefon: +39571-42745; Öffnungszeiten: Di-So 9-17 Uhr, Mo 9-13 Uhr
Parken: Fonte alle Fate und Piazza Dante, Kosten: 0,50 Euro pro Stunde, Di bis 15 Uhr wegen Markt gesperrt, unterhalb der Burg befindet sich der Parkplatz an der Via Fonti, Kosten ebenfalls 0,50 Euro pro Stunde, dort gibt es einen Fahrstuhl, der Besucher auf den Domplatz hinauf bringt, ein kleiner kostenlosen Parkplatz (Parcheggio La Colline) befindet sich an der Via Dalmazia und neben dem Sportplatz an der Via Fornace Vecchia gibt es ebenfalls Stellplätze

Anfahrt: SP 7, 39, 40 und SS67

Tipp: Das Café Central hat einen Balkon mit traumhaften Blick und auf der Speisekarte unter anderem Trinkschokolade von Ereclea (Via IV Novembre 19, 56028 San Miniato, Telefon: 0571-43037)

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Bildquellen

  • Das Priesterseminar auf dem Hügel von San Miniato: papageientaucher

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