Russische Kathedrale in Nizza – ein Stück Russland in Frankreich

Die russischer Kathedrale in Nizza ist das größte orthodoxe Gotteshaus in Westeuropa. Zar Nikolaus II. hat den Bau der Kirche mit typisch bunten Zwiebeltürmen finanziell ermöglicht. Die Kathedrale des Heiligen Nikolaus (Saint-Nicolas) diente einst wie jetzt der russischen Gemeinde als Mittelpunkt des geistlichen Lebens an der Côte d`Azur. Seit 1987 steht sie unter Denkmalschutz.

Ein Stück Moskau in Nizza

Die Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes. Vorbild war die Basilius-Kathedrale in Moskau. In einer Kapelle hinter der Kathedrale liegt das Grab des Thronfolgers Nicolaj Alexandrowitsch, der 1865 in Nizza starb. Die Kirche ist nicht nur äußerlich eine Augenweide. Auch das Innere ist prunkvoll mit Holzvertäfelung, Gemälden und Ikonen ausgestaltet. Insgesamt ist der Raum etwas dunkel.

Der russische Thronfolger ruht in der russischen Kathedrale

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten viele russische Adlige in Nizza. Auch die Zarenfamilie verbrachte seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Winter an der Côte d`Azur. Die Zarin, Charlotte von Preußen, erwarb Mitte des 19. Jahrhunderts ein Areal auf dem eine Kapelle entstand. 1865 starb der russische Kronprinz in der Villa Bermond in Nizza. Der Zar erwarb die Villa sowie umliegende Grundstücke und errichtet dort eine Kapelle. 1903 begann der Bau der Basilika. Sie wurde 1912 geweiht. Das Gelände wird bis heute wie eine Botschaft als Teil des russischen Staates betrachtet. Wem die Kirche und das Areal gehört, war Grund für einen jahrzehntelangen Rechtsstreit. Der Pachtvertrag lief 2008 aus und Russland lies das Inventar beschlagnahmen. 2011 wurde das Anwesen mit Kirche als Territorium der Russischen Föderation anerkannt. Jedoch liegt die geistliche Oberhoheit beim ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Der russisch-orthodoxe Kulturverein verwaltete inzwischen das Areal.

Papageien-Taucher-Info

Avenue Nicolas II./ Boulevard Tzarevitch; 0600 Nizza; Telefon: +33 (0) 981095345; Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 9-12 Uhr und 14-18 Uhr, November bis März täglich 9.30-12 Uhr und 14-17.30 Uhr; Führungen: täglich auf französisch, englisch und japanisch, Kosten: 10 Euro; Internet: de.nicetourisme.com/nice/80-cathedrale-orthodoxe-russe-patriarcat-de-moscou

Tipp: Vom Hauptbahnhof sind es über die Avenue Thiers etwa zehn Minuten Fußweg bis zur Kathedrale.

Anfahrt

Buslinien 4, 7, 23 bis Parc Impérial, 64, 75 und 75D bis Thiers /Gambetta

Bildquellen

  • russische Kathedrale: papageientaucher

Vielleicht gefällt dir auch

%d Bloggern gefällt das: