Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg

Die Lyonel-Feininger-Galerie mit moderner Kunst ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes im mittelalterlichen Quedlinburg. Der gebürtige Quedlinburger Dr. Hermann Klumpp war mit Feininger befreundet. Auf seiner Sammlung fußt die Schau mit Werken des amerikanischen Künstlers.

Ausstellung mit Werken von Lyonel Feininger

Das Obergeschoss des Museumsneubaus ist für die Sammlung des Feininger-Freunds Dr. Hermann Klumpp vorbehalten. Zu sehen sind vornehmlich Zeichnungen, Grafiken und Gemälde Feiningers. Darunter frühe Landschaften aus Vollersroda, das Skizzenbuch von 1905 sowie einige handgeschnitzte Spielzeuge wie eine Eisenbahn und ein Schiffsmodell.

Mit 1000 Werken verfügt das Museum über eine beachtliche Sammlung von Zeichnungen und Grafiken Feiningers. Wegen des empfindlichen Material wird nur ein Teil präsentiert und die Objekte von Zeit zu Zeit ausgewechselt.

Stifter Hermann Klumpp

Hermann Klumpp (1902-1987) studierte nach dem Jurastudium am Bauhaus Dessau bei Mies van der Rohe Architektur. In Folge lernte er das Ehepaar Feininger kennen und zwischen ihnen entwickelte sich eine Freundschaft. Klumpp sorgte dafür, dass ein wesentlicher Teil von Feiningers Werken noch rechtzeitig in die USA kamen. Einige Gemälde, Zeichnung und Drucke überließ Feininger seinem Freund.

DDR konfisziert Gemälde

Erst hatte die DDR kein Interesse an der dekadenten Kunst Feinigers. Nach dem Tod von Feiningers Frau Julia konfiszierte das DDR-Kulturministerium jedoch große Teile vom Klumpps Sammlung. Dagegen wehrte sich Klumpp vor Gericht. Er konnte jedoch nicht verhindert, dass ein Teil der Ölgemälde nach New York kamen. Immerhin eröffnete 1986, drei Jahre vor der Wende, das Feiniger-Museum in Quedlinburg. Die Ausstellung fußt auf der Sammlung Klumpps von Zeichnungen und Druckgrafiken.

Der Künstler Lyonel Feininger

Der gebürtige New Yorker Künstler Lyonel Feininger (1871-1956) kam bereits als 16-Jähriger nach Deutschland und begann eine Ausbildung an der Hamburger Kunstgewerbeschule. Später arbeitete er als Grafiker und Karikaturist für verschieden Zeitschriften, ehe er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Kunst widmete. Er war Mitglied der Berliner Session, stellte mit der Künstlergruppe Blauer Reiter aus und arbeitete von 1919 an als Leiter der grafischen Werkstatt am Bauhaus in Weimar. Als dies 1925 auf Drängen völkischer Landtagsabgeordneter geschlossen wurde, wechselte er noch für kurze Zeit ans neue Bauhaus in Dessau. Feininger war mit einer Jüdin verheiratet. Ab 1933 galten seine Werke als entartet. Mit Unterstützung seines Freundes Dr. Hermann Klumpp konnte er 1937 nach New York ausreisen. Dort unterrichtete er bereits seit einem Jahr am Mills College in Oakland. 1944 stellte er zusammen mit Marsden Hartley im Museum of Modern Art aus. 1955 waren seine Werke auf der documenta in Kassel zu sehen.

Wechselnde Schauen zeitgenössischer Künstler in der Lyonel-Feininger-Galerie

Im Erdgeschoss präsentiert die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt im Museum für grafische Künste wechselnde Ausstellungen. Sie dienen zum Teil als Ergänzung zu Feininger. Es gibt außerdem Schauen mit Werken zeitgenössischer Künstler.

Papageien-Taucher-Infos

Schlossberg 11, 06484 Quedlinburg; Telefon: 03946-689593-0; Öffnungszeiten: April bis Oktober Mi-Mo und feiertags 10-18 Uhr, November bis März Mi-Mo 10-17 Uhr, 24. 31. Dezember um 1. Januar geschlossen; Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

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Bildquellen

  • Durch das große Tor geht es zur Lyonel-Feininger-Galerie: papageientaucher

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