Kathedrale von Florenz – Santa Maria dei Fiore

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Die Kathedrale von Florenz ist eine der größten christlich Kirche in Europa. Als Meisterwerk der Früh-Renaissance gilt insbesondere die Kuppel des Gotteshauses. Der Bischofssitz diente bereits im 14. Jahrhundert eher der Repräsentation. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Äußere wichtiger war als das Innere. Der Innenraum des Gotteshauses ist eher schlicht. Von daher ist es für Besucher durchaus zu verkraften, sich die imposante Kirche nur von außen anzusehen. Denn um ins Innere zu gelangen ist oft stundenlanges Anstehen nötig.

Gotischer Neubau über alter Kirche

Erst 1296 entschieden sich die Florentiner zum Neubau einer Kathedrale. Interessanterweise baute nicht die Kirche das Gotteshaus sondern die Florentiner Stadtverwaltung. Bis dahin fanden die Gottesdienst im Baptisterium statt. Der neue Dom sollte zudem größer werden, als die Kathedralen von Siena oder Pisa. So entwarf Arnolfo di Cambio eine Erweiterung der bereits vorhandenen Kirche Santa Reparata. Als di Cambio Anfang des 14. Jahrhunderts in Colle di Val d´Elsa starb geriet der Bau ins Stocken.

Dem Campanile fehlen 25 Meter Höhe

Giotto di Bondone war der nächste Baumeister. Er setzte seine Energien jedoch hauptsächlich in die Errichtung des Campanile, des separat stehenden Glockenturms. Auch Giotto starb bevor das Bauwerk fertig war. Statt der von Giotto geplanten 110 Meter Höhe wurde der Turm nur 85 Meter hoch. Im Turm sind zwölf Glocken untergebracht. Besucher müssen 414 Stufen hinaufsteigen, um den Blick über Florenz zu genießen.

80 Jahre warteten die Florentiner auf das Kuppeldach

Dritter Baumeister vom Dom wurde 1357 Francesco Talenti. Er erweiterte den Kirchengrundriss erheblich. Das Gotteshaus ist 160 Meter lang und 43 Meter breit. Damit zählt es nach Petersdom in Rom, St. Paul Cathedrale in London und Mailänder Dom. Es sollte noch weitere 80 Jahre dauern, bis das Gotteshaus schließlich 1436 geweiht wurde. Was immer noch fehlte war der krönende Abschluss: die Kuppel. Jedoch fand sich lange Zeit kein Architekt oder Baumeister, der sich an das Wagnis herantraute.

Die berühmte Domkuppel von Brunelleschi

Erst Filippo Brunelleschi hatte eine Idee und bekam schließlich auch den Auftrag, den Dom zu krönen. Er entwarf eine sch selbsttragende Kuppel, die ohne Lehrgerüst auskam. Dafür musste jedoch jeder Stein entsprechend vorher zugerichtet werden – eine gewaltige Aufgabe. Damit die Bauarbeiten nicht zu lange ins Stocken kamen, ließ Brunelleschi auf der Baustelle eine Küche einrichten. So bekamen die Arbeiter in luftiger Höhe etwas zu essen. Somit ging keine Zeit damit verloren, von der Baustelle hinunter- und heraufzusteigen. Der Aufstieg ist jedoch für Besucher interessant. Wer die 463 Stufen bis zur Laterne schafft, hat einen fantastischen Blick über die Arnostadt (siehe unten Tipps).

Die Pazzi-Verschwörung

Die Kathedrale von Florenz war nach ihrer Fertigstellung die wichtigste Kirche in Florenz. Alles war Rang und Namen hatte wie die Medici besuchte die Gottesdienste im Dom. Das nutzte die ebenfalls einflussreiche Familie Pazzi aus. Am Ostersonntag 1478 verübten sie ein Attentat auf den Regierenden Lorenzo de Medici und seinen Bruder Guiliano. Lorenzo konnte verletzt entkommen. Sein Bruder starb durch Messerstichen.

Im Keller der Kathedrale ruhen die Medici

Das Innere des Dom ist schlicht gehalten wie die Gräber der Medici in San Lorenzo. Sehenswert sind die beiden Reiterstandbilder von Andrea del Castraqgno und Paolo Uccello. Sie zeigen zwei Söldnerführer. Außerdem sind die Fresken in der Kuppel sehr eindrucksvoll. Kein Geringerer als der erste Kulturchronist Giorgio Vasari schuf das Fresko zum „Jüngsten Gericht.“ In der Krypta wurden unter anderem Kuppelbaumeister Brunelleschi und Turmarchitekt Giotto zur letzten Ruhe gebettet. Aber auch die Gräber von Angehörigen der einflussreichen Medici-Familie befinden sich im Untergeschoss des Doms. Dort sind auch Teile der früheren Kirche Santa Reparata zu sehen.

Beeindruckende Fassade aus Marmor

Die Fassade aus weißen, grünem und rotem Marmor wurde in weiten Teilen erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt. Dafür wurde weißer Marmor aus Carrara verwendet. Der grüne Marmor stammt aus Prato in der Nähe von Florenz und die roten Steine kamen aus Siena. Die ursprünglichen Kunstwerke, die einst die Fassade schmückten, können im Dommuseum besichtigt werden. Dort sind auch weitere Utensilien wie Baupläne und Werkzeuge ausgestellt.

Papageien-Taucher-Infos/Tipps

Piazza del Duomo, 50122 Florenz; Telefon: +39 (0) 55-2302885; Öffnungszeiten: Mo-Mi u. Fr. 10-17 Uhr, Do bis 16.30 Uhr, Sa 10-16.45 Uhr, So 13.30-16.45 Uhr; Kuppel: täglich 8.30-19 Uhr, Glockenturm: täglich 8.15-19 Uhr, Baptisterium: täglich 8.15-10.15 Uhr u. 11.15-19.30 Uhr, Krypta: täglich 10-17 Uhr, Museum: täglich 9-19 Uhr. Eintritt: 18 Euro für alle Einrichtungen (der Besuch des Doms kostet nichts). Internet: grandemuseodelduomo.waf.it/en/cumulative-ticket-great-museum-of-the-cathedral-of-florence

Tipp 1: Am besten vor dem Besuch noch einmal die Öffnungszeiten checken, sie verändern sich öfters.
Tipp 2: Wer langes Anstehen an der Kathedrale von Florenz vermeiden will, sollte sich vorab ein Online-Ticket besorgen.
Tipps 3: Eine weitere Möglichkeit Wartezeiten zu beschränken, ist die Buchung einer Führung, beispielsweise mit Aufstieg in der Kuppel. Auch normale Stadtführungen kommen ohne längeres Anstehen in den Dom.

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Bildquellen

  • florentiner dom-1: papageientaucher

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