Neue Nationalgalerie Berlin – Kunst, Kuba, Rum

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Neue Nationalgalerie Berlins am Potsdamer Platz präsentiert nach sechsjähriger Sanierung wieder Kunst des 20. Jahrhunderts. Gleich vier Schauen geben vom 22. August 2021 an einen Einblick in die Moderne. Das Haus des Architekten Ludwig Mies van der Rohe entstand 1968 und ist das einzige Gebäude, das er nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin errichtete. Sein letztes Werk ist eine Ikone der klassischen Moderne.

Skulpturen und Filme von Rosa Barba

Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie präsentiert Rosa Barba bis zum 16. Januar 2022 ihre Arbeiten unter dem Titel „In a Perpetual Now“. Neben Stahlkonstruktionen, die Bezug nehmen auf Mies van der Rohes Projekt „Landhaus aus Backstein“, vervollständigen Filme die Schau zum ständigen Wandel.

Kunst der Gesellschaft 1900-1945

Einen Blick zurück wirft die zweite Ausstellung. „Kunst der Gesellschaft“ präsentiert mit 250 Werke aus den Jahren von 1900-1945 einem Querschnitt durch die gesellschaftlichen Entwicklungen vom Kaiserreich über Weimarer Republik, Nationalsozialismus bis zum Zweiten Weltkrieg. Neben Gemälden, Zeichnungen und Kollagen von Otto Dix, Hannah Höch oder Ernst Ludwig Kirchner sind bis zum 2. Juli 2023 auch Skulpturen der Berliner Bildhauerin Renée Sintenis zu sehen.

„Minimal / Maximal“ – Skulpturen von Alexander Calder

Eine Schau mit Skulpturen von Alexander Calder vervollständigen den Reigen zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie. Sein Hauptwerk, „Têtes et Queue“, steht wie vor der Schließung des Hauses wieder auf der Terrasse. Weitere Werke des amerikanischen Vertreters der kinetischen Kunst sind bis zum 13. Februar 2022 in der Haupthalle zu sehen.

Die Neue Nationalgalerie und ihre Architekten

Um die Baugeschichte der Neuen Nationalgalerie geht es in der vierten Schau, die bis zum Juli 2023 im Untergeschoss zu sehen ist. Sie zeigt verschiedene Werke von Mies van der Rohe. Das reicht von Entwürfen in seiner Berliner Zeit bis 1938, bevor er in die USA emigrierte, bis hin zu seinem letzten Werk, der Neuen Nationalgalerie. Mies van der Rohe strebte danach, einen möglichst Stützen freien Raum zu schaffen, bei dem innen und außen ineinander übergehen. Einen zweiten Themen-Schwerpunkt bildet die Sanierung, für die das Team David Chippperfields Architects verantwortlich zeichnete. Jeweils mittwochs und sonntags gibt es zudem Führungen zur Museumsarchitektur in Haus (siehe unten).

Ein Haus für Barcadi wird Kunsttempel

Ursprünglich war das Haus als Verwaltungsgebäude für die Rum-Destillation der Firma Barcadi in Santiago auf Kuba geplant, wurde aber nie realisiert. Mies van der Rohe griff 1962 auf diesen Entwurf zurück und modifizierte ihn für die Nationalgalerie im Berliner Kulturforum. Die Neue Nationalgalerie ist eine quadratische Glas-/Stahl-Konstruktion mit knapp 65 Meter Kantenlänge. Durch die 7,20 Meter hohen Fenster gelangt viel Licht ist die Haupthalle. Das immerhin 1200 Tonnen schwere Dach ruht auf nur acht Stützpfeilern. Im Untergeschoss gibt es weitere Ausstellungsräume sowie ein Café und eine Buchhandlung, die zu den Öffnungszeiten des Museums zugänglich sind. 2015 wurde das Haus geschlossen und umfangreich saniert.

Ludwig Mies van der Rohe

Mies van der Rohe (1886-1969) gilt als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Dabei fing der gebürtige Aachener erst einmal als Maurerlehrling an. Er fiel wegen seines Zeichentalents auf. 1905 zog er nach Berlin und arbeitete für die Architekten Bruno Paul und Peter Behrends. Außerdem besuchte er Vorlesungen an der Kunstgewerbeschule und der Hochschule für bildende Künste. Bei Paul lernte er auch Möbel zu entwerfen. Berühmt wurde später sein Stuhl „Barcelona“. Für die Familie Riehl entwarf er 1906 sein erstes Haus in Babelsberg. 1913 eröffnete er sein eigenes Architekturbüro und entwarf zahlreiche Villen im Reformstil, darunter die Villa Churchill in Babelsberg. Nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte er sich auf neue Formen, die durch Stahl und Glas geprägt waren. 1928 war er Künstlerischer Leiter für die deutsche Abteilung bei der Weltausstellung in Barcelona. Danach wurde er 1930 Direktor des Bauhauses in Dessau. Als Vertreter moderner Ideen war er bei den Nationalsozialisten jedoch nicht gut angesehen. 1938 emigrierte er in die USA. Ein Jahr später eröffnetet er in Chicago sein neues Architekturbüro. In den folgenden Jahrzehnten entstanden in den USA zahlreiche seine „Haut- und Knochen Gebäude“ aus Glas und Stahl. Zu den bekanntesten zählen die Crown Hall und die Lake Shore Drive Appartments in Chicago sowie das Seagram Building in New York.

Papageien-Taucher-Infos/Tipp

Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin; Telefon: 030-266424242 (Mo-Fr 9-16 Uhr); Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 7 Euro; Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr; Internet: smb.museum/museen-einrichtungen/nationalgalerie/home/

Führungen zur Museumsarchitektur von Mies van der Rohe: jeweils mittwochs (17 Uhr) und sonntags (12 Uhr) im 14-tägigen Wechsel, Online-Buchung erforderlich, Kosten 15 Euro

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie kann es zu Einschränkungen kommen. Im Haus gilt Maskenpflicht.

Tipp: Karten am besten im voraus online-buchen, an der Kasse gibt es nur Restkarten

Anfahrt
Buslinien M29, M48, M85 Potsdamer Brücke, 200, 300, M41 bis Philharmonie Süd
U-Bahnlinie 2 bis bis Potsdamer Platz
S-Bahnlinie S1, S2, S25, S26 sowie Regionalbahnlinien RB 10, RE 2, RE 3, RE 4, RE 5 bis Potsdamer Platz

In der Nähe

  • Potsdamer Platz
  • Sony Center
  • Spielbank Berlin
  • Philharmonie
  • Kammermusiksaal
  • Musikinstrumentenmuseum
  • Kunstgewerbemuseum
  • Gemäldegalerie
  • Matthäus-Kirche
  • Staatsbibliothek zu Berlin
  • Otto Braun Saal

Vielleicht gefällt dir auch