Heilig Blut-Kapelle – bedeutende Reliquie

Die Heilig-Blut-Kapelle ist eingezwängt in eine Ecke des Burgplatzes neben dem Stadthuis. Die Doppelkapelle besitzt zwei Ebenen. Eine Wendeltreppe führt in die obere, eigentliche Heilig-Blut-Kapelle. Dort befindet sich auch der Schatz der Kapelle, die Reliquie des Heiligen Blutes. Eingeschlossen in eine Flasche aus Bergkristall ruht diese in einem mit zwei goldenen Krönchen verschlossenen Glaszylinder in einem silbernen Tabernakel. In einer musealen Abteilung werden weitere Reliquien und Reliquienschreine, Gemälde und kirchliche Gewänder gezeigt.

Die Kapelle wurde mehrmals umgebaut

Graf Dietrich von Elsass errichtet (1128-1168) die gräfliche Kapelle. Sie diente damals für seinen Sohn Philipp, der im angrenzenden, heute nicht mehr erhaltenen Steen “ter Steeghere” residierten. Die untere Kapelle ist sehr klein. Das kurze Kirchenschiff wird von winzigen Seitenschiffen flankiert. Ein reich verziertes Treppenhaus führt zur oberen Kapelle. Es entstand 1533 im Renaissancestil mit spätgotischen Verzierungen. Die vergoldeten Bronzebilder stellen Erzherzogin Isabella, Maria von Burgund, Dietrich und Philipp von Elsass dar. In den halben Medaillons sind Erzherzog Albrecht, Maximilian von Österreich, Margareta von York und Sybilla von Anjou, die Gemahlin von Dietrich und Mutter von Philipp zu sehen.

Die gotische Kapelle

Die obere Kapelle entstand Ende des 15. Jahrhunderts. Im ersten Stock zeugen nur die drei Rundbögen, die den Zugang zu der Seitenkapelle des Heiligen Kreuzes ermöglichen, von der ursprünglichen romanischen Kapelle. Auf dem Wandbild hinter dem Altar ist unter anderem zu sehen, wie Dietrich von Elsass die Heilig-Blut-Reliquie aus den Händen des Patriarchen von Jerusalem empfängt. Die Glasmalereien im Chor sind jüngeren Datums und entstanden 1845. Sie stellen in chronologischer Reihenfolge die Fürsten vor, die über die Grafschaft Flandern herrschten – von Philipp dem Kühnen, Herzog von Burgund (1342-1404), bis zu Maria-Theresia, Kaiserin von Österreich (1717-1780).

Kapelle fiel der Französischen Revolution zu Opfer

Obwohl die Grundmauern der Kapelle bis ins Mittelalter zurückgehen, datiert das heutige Gebäude jedoch aus dem 19. Jahrhundert. Denn während der Französischen Revolution war das ursprüngliche Gotteshaus vernichtet worden. Beide Kapellen wurden 1923 zur Basilika erhoben.

Die Legende vom Heiligen Blut

Angeblich soll ein flandrischer Graf von einem Kreuzzug nach Jerusalem einige Tropfen vom Blute Jesu mitgebracht haben, die von dieser Zeit an in einer kleinen Flasche verschlossen in der Basilika aufbewahrt wurde. Andere Quellen gehen jedoch davon aus, dass die Reliquie erst Mitte des 13. Jahrhunderts über Konstantinopel aus dem Bestand einer umfangreichen Reliquiensammlung ihren Weg in die Heilig-Blut-Kapelle gefunden hat.

Prozession am Himmelfahrtstag

Seit dem Jahr 1291 findet zu Ehren der Reliquie des Heiligen Blutes jedes Jahr eine Prozessionen statt. An Himmelfahrt führt die Prozession mit Prunkwagen und etwa 2.000 Laiendarsteller durch die Straßen der Altstadt Brügges.

Reliquienschrein steht im Museum

Im Museum steht der wertvolle Reliquienschrein des Heiligen Blutes. Er wurde vom Brügger Goldschmied Jan Crabbe 1617 aus ungefähr 30 Kilo Gold und Silber und mehr als 100 Edelsteinen hergestellt. Neben Gemälden und Wandteppiche sind auf zwei Tafeln, die 1556 von Pieter Pourbus gemalt wurden, die 31 Mitglieder der Bruderschaft des Heiligen Blutes dargestellt.

Papageien-Taucher-Info

Burg 13, 8000 Brugge; Öffnungszeiten der Basilika und des Museums: täglich 10-16 Uhr, 1. Januar geschlossen; Eintritt ins Museum: 2,50 Euro; Wegen der Corona-Pandemie Zutritt nur nach vorheriger Reservierung; Telefon: +32(0)50336792;  Internet: holyblood.co

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