Gerberviertel in Fes – wo Felle Farbe bekommen

 

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Das Gerberviertel in Fes war schon immer eine besondere Attraktion. In großen Bottichen werden die Häute von Schafen, Ziegen und Kamelen gegerbt und gefärbt. Dabei arbeiten die Gerber wie ein Einheimischer erzählt mit natürlichen Stoffen wie Urin und Taubenkot. Je wärmer das Wetter, desto stärker der Gestank, der aus den Tanks durchs Viertel strömt. Im Winter ist der Geruch nicht so penetrant. Ein Strauß Minze, vor die Nase gehalten, soll den Geruch zudem erträglich machen.

Taubenkot und Urin machen Leder geschmeidig

Die Häute werden mit Esel zu den Betrieben gebracht und kommen dann in die Bottiche mit Taubenkot und Urin. Männer treten die Häute in den Tanks, wie Trauben für den Wein. Die Gerbstoffe stammen von der Rinde der Granatapfel- oder Mimosenbäume. Nach dem Gerben werden die Häute getrocknet. In einem zweiten Schritt erfolgt das Färben. Danach kommen die Häute wieder zum Trocknen auf lange Stangen. Auch Wolle bekommt dort ihre Farbe.

Tolle Aussicht von der Dachterrasse auf das Gerberviertel Chuwwara

E gibt mehrere Betriebe, die an der Gerberei liegen. Von den Dachterrassen haben Besucher einen tollen Blick auf die Gerbertanks aber auch auf die umliegenden Häuser, die sich den Hang hinauf ziehen. Denn die Gerberei benötigt viel Wasser und liegt an der tiefsten Stelle des Tal wo ein Fluss verläuft. Das Viertel der Gerber und Färber wurde in den vergangenen Jahren ebenso saniert wie die Bottiche.

Überwältigende Auswahl an Lederwaren

Wer auf das Dach steigt, wird auf dem Rückweg durch die Verkaufsräume für Lederwaren geschleust. Ein Blick auf die Taschen und Pantoffeln in allen Regenbogenfarben ist überwältigend. Ob Portemonnaie, Gürtel, Sitzkissen oder Lederjacke die Auswahl ist groß. Auch vor der Tür der Gerberbetriebe warten fliegende Händler, die wissen, dass Touristen an dieser Stelle durch die engen Gassen kommen müssen.

Papageien-Taucher-Infos

Das Gerberviertel liegt in östlicher Richtung von der Kairaouine Moschee im Andalusischen Viertel an der Rue des Debbahr. Das Gerberviertel ohne Führer zu finden ist schwierig. Denn die Gassen führen entlang von renovierten Häusern, denen von außen nicht anzusehen ist, dass sich hinter ihrer Fassade eine Lederfabrik befindet. Noch schwieriger wird es, einen Betrieb zu finden, von dessen Dach man gegen ein Trinkgeld einen Blick auf die Bottiche hat. Manchmal sprechen Mitarbeiter der Lederwarenfirmen Reisende im Souk an und laden sie zur Besichtigung ein. Wenn nicht, hilft nur fragen beziehungsweise sich an Reisegruppen orientieren, die durch die engen Gassen laufen.

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