Schloss und Park Glienicke – italienische Momente an der Havel

 

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Schloss und Park Glienicke sind ein beliebtes Ausflugsziel. Schon an der Königstraße, gleich neben dem Eingang mit dem Greifentor, fällt der Blick aufs Schloss mit zwei goldene Löwen und Fontäne davor. Karl Friedrich Schinkel entwarf das Schloss des preußischen Prinzen. Es überrascht mit italienischen Momenten und gehört genauso wie der Park zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Vorbild war die Villa Medici in Rom

Bereits nach seiner ersten Italienreise zeigte sich Prinz Carl von Preußen entzückt von mediterraner Landschaft und Lebensart. 1824 erwarb der drittälteste Sohn von Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise das Gut Glienicke von Fürst Hardenberg. Baumeister Karl Friedrich Schinkel und Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné erhielten dann den Auftrag, den Traum des Prinzen von einer italienischen Villa in südlich anmutender Landschaft in Berlin zu verwirklichen. Die gibt es im Park genauso wie Hügel mit Wäldern und Schluchten. Das Landhaus Hardenbergs gestaltete Schinkel zu einer klassizistischen Villa um, die eine umlaufende Attika mit Schalen und Vasen ziert.

Antike Mosaiken aus Karthago

Von seinen zahlreichen Reisen – insgesamt überquerte der Preußenprinz elfmal die Alpen – brachte er eine Menge Souvenirs mit. So aus Karthago antike Mosaiken, die den Fußboden der Kleinen Neugierde im Park schmücken. Auch der 1850 von Ferdinand von Arnim erbaute Klosterhof in gotischen Stil wartet mit Reliefs und Mosaiken aus Italien auf. In Vorhof steht eine Säule mit dem Löwen von San Marco aus Venedig. In der Altarnische an der Rückwand des Klosterhofes befindet sich der Sarkophag des italienischen Philosophen Pietro d`Abano (1250-1316). Der Marmorsarg stammt aus der Grabeskirche des heiligen Antonius in Padua.

Das Schloss Glienicke mit Schinkels Interieur

Im Schloss können Interessierte vornehmlich in der wärmeren Jahreszeit die königlichen Gemächer besichtigen. Sie sind wie von Schinkel einst entworfen in kräftigen Farben gehalten. Es gibt einen Roten und Grünen Salon, eine blaue Bibliothek sowie ein türkisfarbenes Schlafzimmer. Das Mobiliar stammt aus dem 19. Jahrhundert. Außerdem sind einige Kunstwerke zu sehen, die aus dem Besitz des preußischen Prinzen stammen.

Wunderbare Aussicht auf den „Golf von Potsdam“

Vom Klosterhof haben Besucher in Richtung Norden einen guten Blick auf das Gärtner- und Maschinenhaus mit Wasserturm. In südlicher Richtung steht das von Schinkel 1824-25 errichtete Casino mit seiner wunderbaren Aussicht auf die Havel – den „Golf von Potsdam“.

Ein weiterer spektakulärer Blick auf die „Agentenbrücke“ ergibt sich von der „Großen Neugierde“. Der Rundtempel akzentuiert den südwestlichen Parkzipfel. Berühmt wurde die Glienicker Brücke in der Zeit des Kalten Krieges, als Austauschort von Spionen.

Ein Park von Peter Joseph Lenné

Der Park vom Schoss Glienicke gehört zu den ersten Gestaltungsarbeiten des berühmten Hofgärtners Peter Joseph Lenné. Er schuf zahlreiche Sichtbeziehungen zu den umliegenden Schlössern in Babelsberg und Potsdam. Auch der umtriebige Fürst von Pückler gab dem Prinzen Tipps zur Gartengestaltung.

Europas erstes Hofgärtnermuseum

Das erste Hofgärtnermuseum Europas vermittelt einen Eindruck über die Ausbildung von Gärtner in der Feudalzeit. Im Museum sind Dokumente, Zeichnungen, Werkzeuge und Möbel zu sehen.

Papageien-Taucher-Info

Schloss Glienicke: Königstraße 36, 14109 Berlin; Telefon: 0331 9694200; Öffnungszeiten: März, November, Dezember Sa/So 10-17 Uhr, April bis Oktober Di-So 10-18 Uhr (Besichtigung nur mit Führung); Eintritt: 6 Euro ermäßigt 5 Euro

Hofgärtner-Museum: Öffnungszeiten: April bis Oktober Di-So 10-17.30 Uhr, März 10-16 Uhr, November und Dezember Sa u. So 10-17 Uhr (Besichtigung nur mit Führung); Eintritt: 6 Euro ermäßigt 5 Euro

In der Remise serviert Luther und Wegner warme und kalte Speisen; Telefon: 8054000; Öffnungszeiten: Mi- So 12-22.00 Uhr

Anfahrt: Buslinie 313

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Bildquellen

  • Schloss Glienicke im Süden Berlins: papageientaucher

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