Schloss Marquardt wartet auf den Prinzenkuss

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Schloss Marquardt liegt im Schatten von Potsdam. Der Gebäudekomplex hat eine wechselvolle Geschichte und wartetet auf eine bessere Zukunft. Sehenswert ist vor allem der Schlosspark, der direkt am Schlänitzsee liegt. Besucher betreten den Park durch das eiserne Tor, dass ein frühere Besitzer auf der Weltausstellung in Brüssel erwarb.

Schloss Marquardt im Dornröschenschlaf

Schon im 14. Jahrhundert gab es am Schlänitzsee zwei Gutshöfe. Im 17. Jahrhundert baute Andreas von Wartenberg ein Gutshaus zum Herrenhaus um. Es bildete den Grundstein für das spätere Schloss. Den Namen erhielt das Gut jedoch vom geheimen Rats- und Kriegsrat Marquard Ludwig von Prinzen (1675-1725). Auch die nächste Familie hatte mit dem Gut trotz königlich verordneter Seidenraupenzucht kein Glück.

Treffpunkt der Rosenkreuzer auf Schloss Marquardt

General Hans Rudolf von Bischoffwerder (1741-1803) hatte einen Hang zum Okkulten und war Mitglied der Rosenkreuzer. Er brachte den Kronprinzen Friedrich Wilhelm II. dazu, den Rosenkreuzern beizutreten. Marquardt diente in dieser Zeit als Treffpunkt der Mitglieder. Sein Sohn ließ um 1823 den Park nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné umgestalten. Im 19. Jahrhundert wurde Marquard zu Marquardt und aus dem Herrenhaus ein Schloss.

1860 erwarb der Industrielle Paul Tholuck das Anwesen. Zehn Jahre später kam Carl Meyer. Der Repräsentant der Firma Krupp ließ das Schloss umbauen. Nächster Eigentümer war Louis Auguste Ravené (1866-1944). Der Stahl- und Eisenwarenhändler erweiterte das Schloss zu einem L-förmigen Gebäude und ließ den Turm bauen. Um 1912 kam en weiterer Gebäudeflügel mit Festsaal dazu. 1931 verpachte Revené das Areal an das Hotelunternehmen Kempinski. Das Hotel Schloss Marquardt war bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein beliebtes Ausflugsziel für gut betuchte Berliner. Zwischenzeitlich wechselte der Betreiber. Das jüdische Unternehmen Kempinski wurde durch die Aschinger AG ersetzt. Nach der Wende wurde das Schloss von einer Münchner Immobilienfirma erworben. Ab und an wird das Schloss für Veranstaltungen, Hochzeiten oder Filmaufnahmen genutzt. Derzeit wird ein neuer Käufer gesucht.

Park von Schloss Marquardt

Der Park rund ums Schloss wurde im 18. und 19. Jahrhundert als englischer Landschaftspark angelegt. Die sehr alten Bäume, die die Sichtachsen betonen, zeugen noch von den Lennéschen Plänen. Jedoch wurde der Park nach dem Zweiten Weltkrieg zum Obst- und Gemüseanbau umgepflügt. Er steht aber genauso wie das Schloss unter Denkmalschutz und bietet Besuchern einen relativ ungestörten Platz zum Picknicken, Spazierengehen oder Bootsfahren. Im Sommer lädt eine Badestelle zum Schwimmen ein.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Hauptstraße 14, 14476 Potsdam, Ortsteil Marquardt; Internet: schloss-marquardt.com/inc/start.html

Tipp zum Einkehren: Gasthof „Zum alten Krug“, Hauptstraße 2, 14476 Potsdam, Ortsteil Marquardt; Telefon: 033208-57233; Öffnungszeiten: Di-Do 16-23 Uhr, Fr-So 12-23 Uhr

Anfahrt: Bus 614 ab Potsdam Hbf.
Regionalbahn RB 21 ab Berlin Hbf.
A10 Berliner Ring, Abfahrt Potsdam/Nord)

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Bildquellen

  • Alte Pappel stehen im Schlosspark von Marquardt: papageientaucher

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