Quedlinburg – gastfreundliches Mittelalter

In Quedlinburg spazieren Besucher durch ein Welterbe der UNESCO. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen mehr als 2000 Fachwerkhäusern hat mit engen Gässchen, Bächen und einem Renaissance-Rathaus seinen ganz besonderen Charme. Über allem thront der Schlossberg mit dem einst mächtigen Damenstift.  Außerdem gilt Quedlinburg als die Geburtsstätte des deutschen Kaisertums.

Ein Marktplatz zum Verweilen

Das beeindruckende Rathaus aus der Renaissance demonstriert noch heute die einstige Macht der Kaufleute und Bürger. Es begrenzt den Marktplatz auf der Nordseite.  Auf der östlichen und westlichen Seite wechseln sich Cafés, Restaurants, Geschäfte und Hotels mit Restauration wie „Theophano“ und „Zum Bär“ ab. Wer nach einem Spaziergang durch die Altstadt eine Pause einlegen möchten, findet in den entsprechenden Häusern von morgens bis abends eine gute Auswahl zum Einkehren.

Prächtiges Rathaus mit Gefängnis

Die Fundamente des gotischen Rathauses stammen aus dem Jahr 1310.  Damals wurde an der Kreuzung zweier Handelsstraßen das Verwaltungszentrum errichtet. Etwa 300 Jahre später erfolgte ein umfassender Umbau. Zwischen 1615 und 1616 wurden beispielsweise die gotischen Spitzbogenfenster durch rechteckige ersetzt. Herausragendes Detail der Renaissance-Umbauten ist das Eingangsportal:  Eine Freitreppe mit sieben Stufen führt ins Gebäude. Der Eingang ist von aufwändigen Steinmetzarbeiten umrahmt. Über der Tür thront das Stadtwappen mit dem schwarzen Adler. Darüber befindet sich Abundantia, die Göttin des Überflusses. Außerdem ist am Portal eine Gedenktafel angebracht. Sie erinnert an die Stadtgründung 922 durch Heinrich I. Im Rathaus befand sich einst auch das Gefängnis. Albrecht II. von Regenstein wurde dort im sogenannten Raubgrafenkasten zwei Jahre lang gefangenen gehalten. Der Raubgrafenkasten ist im Schloss zu sehen.

Stolzer Roland am Rathaus von Quedlinburg

Der Roland dokumentiert sowohl den einstigen Reichtum als auch die Unabhängigkeit der Quedlinburger. Die Rolandstatue zählt zusammen mit den Pendants in Halberstadt und Bremen zu den ältesten Skulpturen dieser Art im nördlichen Teil Deutschlands. Experten gehen davon aus, dass eine erste Rolandstatue zwischen 1426 und 1433 am Rathaus aufgestellt wurde. Denn Quedlinburg trat in diesem Zeitraum der Hanse bei. 1477 wurde der Roland auf Weisung der Äbtissin Hedwig, Herzogin von Sachsen, vom Quedlinburger Stift zerstört. Erst 1869 ließen die Stadtväter einen neuen, 2,75 Meter hohen Roland aufstellen.

Ein Haus namens Höllenhof

Das Haus mit der Nummer 11 an der Straße Hölle zählt zu den ältesten der Stadt. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert gehörte der Höllenhof der Bruderschaft domus Corporis Christi, danach dem Stadtvogt Friedrich Quenstedt. 1909 warb der Kinosaal Fürstenhof damit, das größte Lichtspieltheater der Stadt zu sein. Konsum nutzte das Gebäude zu DDR-Zeiten für Schulungen. Seit der Sanierung 2005 befinden sich in dem Gebäude unter anderem Büros.

Fachwerkmuseum im Ständerhaus

Das Ständerhaus ist das einzige noch erhaltene Hochständerhaus in Deutschland. Im Inneren informiert das Fachwerkmuseum über die Kunst des Fachwerkbaus ( Markt 4,  Telefon: +49(3946)905-624; Öffnungszeiten:  Mai bis Oktober Mo-Do 9.30-18.30 Uhr, Fr-Sa 9.30-20 Uhr, So 9.30-14 Uhr, November bis April: Mo-Fr 9.30-17 Uhr, Sa 9.30 – 14 Uhr).

Der Schreckensturm von Quedlinburg

Der Schreckensturm war Teil der mittelalterlichen Befestigung. Er befindet sich in der Nähe der Sankt-Aegidii-Kirche in der Verlängerung der Goldstraße. Im Mittelalter diente er auch als Gefängnis. Inzwischen können Besucher eine Ferienwohnung im Turm buchen.

Adelshof

An der einstigen Stadtmauer liegt der Adelshof. Die Grundmauern des Gebäudeensembles sind wesentlich älter als die Urkunden, die den Hof im 13. Jahrhundert erstmals erwähnen. Vom Schutzvogt des Quedlinburger Stifts, Graf Hoyer von Falkenstein, übernahmen die Grafen von Regenstein 1238 den Hof. Es folgten Militärs, Oekonomn und Samenhändler. 2008 wurde das ziemlich heruntergekommene Anwesen mit Hilfe des Bürgervereins Quedlinburg saniert. Der Adelshof liegt an der Word. Der Name der Gasse geht jedoch nicht auf ein Computerprogramm zurück sondern beschreibt eine Fläche zwischen zwei Bächen, die trockengelegt wurde.

Die vierflügelige Anlage grenzt direkt an die Stadtmauer. Zu den Verteidigungsanlagen gehört der mittelalterliche Befestigungsturm in der Südostecke. In der Hofmitte befindet sich ein auffallender Taubenturm aus dem 18. Jahrhundert.

Weihnachtsmarkt im Advent

Der Adelshof beteiligt sich an der Aktion Advent in den Höfen. Jeden 1., 2. und dritten Adventssonntag bauen die Händler ihre Stände in verschiedenen Höfe in Quedlinburg auf. Auch im Adelshof ist neben Kulinarischem Kunsthandwerk im Angebot.

Schlossberg

Der Schlossberg in Quedlinburg ist weithin sichtbar. Der fränkische König Heinrich I. bestimmte Quedlinburg zu seinem Gedenkort. Dazu gründete er ein weltliches Damenstift. Es kümmerte sich darum, dass der Herrscher nicht in Vergessenheit geriet. Der mächtige Dom und die Stiftsanlage dominieren den Hügel über Quedlinburg.

Münzenberg

Auf dem westlichen Hügel von Quedlinburg wurden trotz des Namens keine Münzen geprägt. Die Anhöhe war schon besiedelt, als im 10. Jahrhundert ein Benediktinerkloster mit der Kirche St. Marien errichtet wurde. Die  einstige Arme-Leute-Siedlung weist etliche alte Fachwerkhäuser auf. In der Klosterkirche Sankt Marien entsteht ein Museum (Münzenberg 16, 06484 Quedlinburg; Telefon: 0162-5255675; Öffnungszeiten: Mo-So 10- 17 Uhr).

Papageien-Taucher-Info

In der Nähe

Brauhaus Lüdde, Blasiistraße 14, 06484 Quedlinburg, Telefon: 03946-70 52 06

Bildquellen

  • Quedlinburger Fachwerhäuser: papageientaucher

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