Lebus – der Schatz vom Burgberg

Lebus liegt an einer Furt der Oder. Bis zum Bau einer Brücke über die Oder im zehn Kilometer entfernten in Frankfurt an der Oder war Lebus eine prosperierende Handelsstadt. Heute leben in Lebus etwa 3100 Einwohner. Neben dem beeindruckende Blick über die Oder ziehen die Adonisröschen im Frühjahr viele Naturliebhaber an die Grenze zu Polen. Auf dem 55 Meter hohen Burgberg befand sich einst eine mächtige Festungsanlage und dort war ein Schatz vergraben.

Burg-, Dom- und Schlossberg

Der Burgberg war die natürliche Rettungsinsel von Lebus. Die Häuser auf dem Berg waren vor Oderfluten geschützt. Außerdem ließ sich die Siedlung besser gegen Angreifer verteidigen. Jedoch wurde die Stadt nach der Schlacht bei Müllrose 1432 völlig geplündert. Stadtbrände sorgten für weiteren Verfall. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt völlig zerstört. Von der Burg, dem Schloss und der Kathedrale ist nichts mehr übrig geblieben. Jedoch können Besucher anhand von Schautafeln und Markierungen auf dem Pflaster die Umrisse der Kirche erkennen. Auch die Burganlage ist anhand von Stahlelementen auf dem Burgberg zu erfahren. Wer sich nicht für die Historie interessiert, sollte den Burgberg trotzdem erklimmen. Eine Aussichtsplattform an Stelle eines ehemaligen Burgturms eröffnet eine phantastische Sicht über Lebus und die Oder.

Der Schatz vom Burgberg

Bei Bauarbeiten für ein Einfamilienhaus auf dem Burgberg stießen Arbeiter 2003 auf den größten Bronzehort in Brandenburg. 22 Kilogramm wog der Schatz. Mehr als 100 Beile, zwei Ringe und ein Schwertteil bildeten den fast 3000 Jahren alten Depotfund. Die Beile stammen aus Frankreich, England, Skandinavien und den Alpen. Der Fund beweist die Bedeutung von Lebus in der Bronzezeit. Der original Schatz ist im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel zu sehen. Die Ausgrabungshistorie sowie Repliken des Schatzes präsentiert dagegen das Heimatmuseum. Dort wird neben der Geschichte der Stadt Lebus auch an den Maler und Bildhauer Karl Lukas Honegger und den Schriftsteller Günter Eich erinnert (Schulstraße 7, 15326 Lebus; Telefon 033604-230; Öffnungszeiten: April bis September Mi-So 13-16 Uhr, Oktober bis März Di-Fr 10-15 Uhr).

Vom Handelszentrum zum Bischofssitz

Auf dem Burgberg fanden sich auch die ältesten Siedlungsspuren. Der etwa 500 Meter lange und bis zu 100 Meter breite Bergrücken war dicht besiedelt. Die Slawen gründeten dort im 9. Jahrhundert eine Festungsanlage. Der polnische Herrscher Mieszko I. und sein Sohn hatten die Oberhoheit über die breite Furt. Der Handelsweg führte damals von Flandern über Magdeburg und Brandenburg an der Havel nach Lebus und von dort nach Posen und Kiew. Knapp hundert Jahre später büßte Lebus seine Vormachtstellung an der Oder ein. Die neugegründete Stadt Frankfurt baute eine Brücke über die Oder und lenkte so den Handelsverkehr durch ihre Gefilde. Lebus war dann bis 1276 Bischofssitz.

Stadtkirche Lebus

Die Stadtkirche St. Marien wurde 1810 im klassizistischen Stil errichtet. Der Vorgängerbau, dessen Fundamente teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammten, war durch einen Brand zerstört worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche an der Schulstraße erneut zerstört und später nur in Teilen wiederaufgebaut. Nur Langhaus und Turm stehen wieder. Der Rest ist als Ruine erhalten.

Fischerkiez und Heimatmuseum

Die Fischer lebten einst nahe der Oder an der Furt. In der Kietzer Straße befindet sich das älteste Fachwerkhaus von Lebus. Der Fischerkiez gehört erst seit 1810 zu Lebus. Über die Kiezer Straße gelangen Besucher im Frühjahr auch zum Adonisröschen-Wanderweg, der entlang des Oderseitenarms zu den Oderhängen führt.

Oder – die Grenze zu Polen

In Lebus gab es eine Furt, eine seichten Stelle, an der Reisende einst die Oder überqueren konnten. Die Breite Straße führt immer noch bis ans Ufer der Oder hinab. Jedoch gibt es keine Möglichkeit auf die polnische Seite zu gelangen. Über die Kietzer Straße und den Adonisröschen-Wanderweg gelangen Besucher entlang der Alten Oder zu den Oderhängen. Von der höheren Warte gibt es ebenfalls einen schönen Blick über die Oderlandschaft. Auf nördlicher Seite führt der Weg von der Breiten Straße entlang der Oder bis zum Anglerheim.

Papageien-Taucher-Infos

Touristeninformation: Kietzer Chaussee 1, 15326 Lebus; Telefon: 033604-63758; Öffnungszeiten: Mai bis September Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa/So 10-16 Uhr, Oktober bis April Mo-Fr 10-18 Uhr; es gibt eine Akkuaufladestation für Fahrräder

Anfahrt: B1 und B5 in Richtung Frankfurt/Oder, dann über die B112

Bahn: RE3 Richtung Ludwigsfelde, RE4 Richtung Stralsund, RB26 Richtung Küstrin plus Bus 958/969 ab Seelow

Tipp: An der Furt liegt das Restaurant Oderblick. Es ist von Di-So von 11-22 Uhr geöffnet (Telefon: +49 (0) 3360-449 449; Internet: restaurant-oderblick.de)

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Bildquellen

  • Lebus an der Oder: papageientaucher

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