Jugendstil in Brüssel – elf Häuser des Art nouveau

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Der Jugendstil ist in Brüssel gut vertreten. Etwa 200 Häuser dieser Stilrichtung an der Schwelle zum 20. Jahrhundert sind in der belgischen Hauptstadt erhalten geblieben. Neben dem Wohn- und Atelierhaus des belgischen Gaudí, dem Architekten Victor Horta, wird das Hotel Solway als das schönste Haus dieser Epoche bezeichnet. Vier Wohnhäuser im Jugendstil gehören zum UNESCO-Welterbe.

Hôtel Solway und Hôtel Max Hallet

Das Hôtel Solway ist ein Werk des belgischen Jugendstilarchitekten Victor Horta. Es entstand als Wohnhaus einer großbürgerlichen Familie 1904 an der Avenue Louise 224 (1050 Ixelles). Auch die Inneneinrichtung und die Möbel entwarf Horta für die Familie Solway.
Nicht weit entfernt, an der Avenue Louise 346, befindet sich das Hôtel Max Hallet. Das Gebäude entwarf Horta 1903. Die Fassade ist nüchterner und spiegelt den Verwendungszweck wider. In dem Gebäude war nicht nur das Wohnhaus von Max Hallet untergebracht sondern auch seine Anwaltskanzlei.

 Hôtel Tassel und Maison Autrique

1892 entwarf Horta das Hôtel Tassel. Der Innenraum dieses Hauses ist von einer freiliegenden Gusseisenkonstruktion mit Glaselementen geprägt. Dazu kommt eine reiche, aus organischen Formen und weichen Linien bestehende Ornamentik. Diese für damalige Zeiten völlig neue Architektur begründete die Karriere des damals 32-jährigen Architekten (Paul-Emile Jansonstraat 6).
Etwa zur gleichen Zeit, um 1893, arbeitete Horta auch am Maison Autrique. Es war das erste Privathaus, das Horta entwarf (Chaussée de Haecht 266, 1030 Schaerbeek, Telefon: +32 (0) 22156600; Besichtigung Mo-So 12-18 Uhr; Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro; Internet: autrique.be).

Das Museum-Horta

Paradebeispiel für den belgischen Jugendstil ist das Wohn- und Atelierhaus Hortas an der Amerikansestraat 25. Seit 1969 können Besucher im Horta-Museum den Charme des Jugendstils erleben. Das Gebäude ist vom Keller bis zum Dach Jugendstil pur (Öffnungszeiten siehe unten).

Musikinstrumenten-Museum und Hôtel Eetvelde

Das Musikinstrumenten-Museum in Brüssel ist im ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus Old England zu finden. Die Fassade ist eine Komposition aus schwarzem Metall und Glas. Selbst wer kein Interesse an Musikinstrumenten hat, sollte sich das Innere des Gebäudes ansehen und auf der Dachterrasse im 6. Stock eine Pause einlegen (Montagne de la Cour 2, 1000 Brüssel; Telefon: +32 (0) 25450130; Öffnungszeiten: Di-Fr 9.30-17 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro; Internet: mim.be).
Auch das Hôtel Eetvelde an der Palmerston 4-6 konzipierte Horta als Gesamtkunstwerk im Stil des Art nouveau. Auftraggeber war der Diplomat Edmond Van Eetvelde, der in der belgischen Kolonie Kongo als Generalsekretär tätig war.

Maison Cauchie und Hôtel Ciamberlani

Der Künstler Paul Cauchie erbaute 1905 sein Wohnhaus an der Rue des Francs 5 in Etterbeck. Die gesamte Fassade ist mit prachtvollen Wandmalereien verziert. Diese waren gleichzeitig das Aushängeschild von Cauchie und seiner Frau Lina. Beide fertigten Wandgemälde und Sgrafitti an (Besichtigung jedes letzte Wochenende im Monat, samstags von 10-13 Uhr sowie sonntags 14-17.30 Uhr, Eintritt 5 Euro).

Das Wohnhaus an der Rue Defacqqz 48 in Ixelles entwarf der Jugendstilarchitekt Paul Hankar 1897 für den Maler Albert Ciamberlani. Das Hôtel Ciamberlani wurde 2006 aufwändig restauriert. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz.

Comic-Museum – Jugendstil in Brüssel

Im 1906 errichteten Kaufhaus Waucquez ist seit 1988 das belgische Comicmuseum untergebracht. Wer das Comic-Museum besucht, kann dort weitere Jugendstilelemente bewundern. Auch in diesem Haus zeigt sich Hortas Meisterschaft, durch die Glasdachkonstruktionen eine besondere Lichtwirkungen zu erzielen (Rue des Sables 20, 1000 Brüssel; Telefon: +32 (0) 22191980; Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr; Eintritt: 10 ermäßigt 8 Euro; Internet: comicscenter.net.

Papageien-Taucher-Info

Horta Museum, Amerikansestraat 25, 1060 Brüssel; Telefon: 025430490; Eintritt 8 Euro; Öffnungszeiten: Di-So 14-17.30 Uhr, letzter Einlass 17.15 Uhr

Bildquellen

  • Das Wohn- und Atelierhaus von Victor Horta in Brüssel: papageientaucher

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