Gedenkstätte Plötzensee – Mahnmal des Zweiten Weltkrieges

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Die Gedenkstätte Plötzensee erinnert an die Opfer des Naziregimes. In den zwölf Jahren des nationalsozialistischen Terrors zwischen 1933 und 1945 wurden in Plötzensee mehr als 2890 Menschen hingerichtet. Dabei diente Plötzensee von 1933 an zunehmend als zentrale Hinrichtungsstätte für politische Gefangene, die von Sondergerichten, politischen Strafsenaten des Kammergerichts und vom 1934 errichteten Volksgerichtshof verurteilt worden waren.

Hinrichtungsstätte an der Gedenkstätte Plötzensee

Eine große hohe Mauer mit der Inschrift: „Den Opfern der Hitlerdiktatur der Jahre 1933-1945“ mahnt zum Gedenken. Hinter der Mauer befindet sich in einem Backsteinbau die ehemalige Hinrichtungsstätte. Im Gedenkraum ist vor den Fenstern der Hinrichtungsbalken zu sehen. Im zweiten Raum daneben dokumentieren Fotos und Dokumente die Willkür der Nazis.
Ein Beispiel: Der Sänger und Ballettmeister Robert Dorsay wurde von der Gestapo bespitzelt. Weil er in einem Brief an einem Freund schrieb: „Wann ist endlich Schluss mit dieser Idiotie“, wurde er am 8. Oktober 1943 zum Tode verurteilt und 21 Tage später hingerichtet. Dorsay wurde 39 Jahre alt.

Graf von Stauffenberg wurde in Plötzensee hingerichtet

Mitglieder des Attentats auf Hitler wurden in Plötzensee ebenso getötet wie Mitglieder des Kreisauer Kreises oder der Roten Kapelle. Neben Graf von Stauffenberg, Helmuth James Graf vom Moltke, Peter Yorck von Wartenburg zählte auch Carl Friedrich Goerdeler zu den Widerstandskämpfern.

„Jeder stirb für sich allein“

Ebenfalls in Plötzensee hingerichtet wurde das Arbeiterehepaar Anna und Otto Quangel. Berühmt geworden sind sie durch den Roman „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada. Im Roman heißt das Paar Otto und Elise Hampel. Nach dem Tod des Bruders oder im Roman des Sohns schreibt das Ehepaar Postkarten gegen den Krieg und verteilt sie in Hausfluren. In Totenbuch der Gedenkstätte wird an die Quangels erinnert. Beide wurden am 8. April 1943 hingerichtet.

In der Paul-Hertz-Siedlung erinnern Straßen an die Opfer

Einige Namen der im Plötzensee zu Tode gekommenen finden sich in der Paul-Hertz-Siedlung wieder wie Klausingring, Reichweindamm oder Friedrich-Olbricht-Damm (Olbricht war Offizier und am Attentatsversuch auf Hitler beteiligt). Friedrich Karl Klausing war Offizier der deutschen Wehrmacht und Adjutant von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er wurde am 8. August 1944 in Plötzensee hingerichtet. Der Pädagoge Adolf Reichwein gehörte dem Kreisauer Kreis an, wurde verraten und starb am 20. Oktober 1944 in Plötzensee. Die Seitenstraßen sind ebenfalls nach Opfer des Nationalsozialismus benannt: Elisabeth Gloeden (+ 30.11.44), Ludwig Schwamb, (+ 23.1.1943), Rosemarie Terwiel (+5. 8. 1943), Josef Wirmer (+8. 9.1944), Franz Leuniger, (+28. 2. 1945) und Theodor Strünck (+9. 4. 1945).

Gedenkkirche der Katholiken

Am Heckerdamm 230 befindet sich die Katholischen Kirche Maria Regina Martyrum. Sie ist die Gedenkkirche der deutschen Katholiken an die Opfer des Nationalsozialismus. In Innenraum gibt es vier Grabplatten. Ein Grab steht stellvertretend für alle „Blutzeugen, denen das Grab verweigert wurde“. Erinnert wird am Domprobst Bernhard Lichtenberg und Jesuitenpater Alfred Delp. Seine letzte Ruhestätte fand dort auch Erich Klausener. Der Leiter der Katholischen Aktion wurde 1934 auf persönlichen Befehl Görings erschossen.
Wer will kann an Sonn- und Feiertagen um 10 Uhr am Gottesdienst teilnehmen, oder dienstags und freitags jeweils um 18.30 Uhr.

Kloster des Karmeliterordens

Der Kirche ist das Kloster der Nonnen des Karmeliterordens angeschlossen. Interessant ist ein Besuch des Klosterladens, in dem selbst hergestellte Kerzen, Postkarten, Bücher, Andachtsartikel oder Meditationshilfen zu bekommen sind. Die Nonnen betreiben zusammen mit Mitgliedern der evangelischen Gemeinde Plötzensee das Ökumenischen Gedenkzentrum Plötzensee. Neben ökumenischen Gottesdienste und Gebeten lädt das Zentrum zu Konzerten und Ausstellungen ein.

Papageien-Taucher-Info

Hüttigpfad 16, 13 627 Berlin; Telefon: 030 3443226; Öffnungszeiten: täglich 9-17 Uhr

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Bildquellen

  • Gedenkstätte Plötzensee: papageientaucher

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