Der Dom zu Pisa – weiß wie Schnee

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Der Dom zu Pisa war im Mittelalter die prächtigste Kirche der Christenheit. Die fünfschiffige Kathedrale Santa Maria Assunata ist immer noch einzigartig. Das Gotteshaus aus Marmor leuchtet in der Sonne wie Schnee. Die Fassade ist komplett mit weißen Carrara-Marmor verziert. Interessanterweise finden sich auch arabische Dekorationselemente an der Fassade. Wohl nicht ohne Grund: Das Geld für den Bau stammte aus der Kriegsbeute nach der Schlacht von Palermo gegen die Sarazenen – was auf der Fassade nachzulesen ist. Die Kathedrale gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Der Besuch des Dom kostet keinen Eintritt, aber eine Karte ist dennoch nötig (siehe unten).

Wertvolles Mosaik im Dom zu Pisa

Schon beim Betreten des Doms auf dem Platz der Wunder lohnt sich ein Blick auf die mächtigen Bronzetüren. Sie ähneln den Bronzetoren am Baptisteriums in Florenz. Die ursprünglichen Türen aus dem 12. Jahrhundert wurden jedoch beim Brand 1595 zerstört. Es handelt sich um Nachbildungen aus dem 17. Jahrhundert. Die verschiedenen Kassetten zeigen verschiedene Szenen aus dem Leben Mariens.
Die ursprüngliche Ausstattung des Doms wurde beim Brand zerstört. Erhalten hat sich aber das große Mosaik in der Chorapsis. Es zeigt Christus mit Maria und Johannes. Der bekannte Künstler Cimabue soll das Mosaik seines Vorgänger Francesco di Simione im 13. Jahrhundert vollendet haben. Die Wände unterhalb des Mosaiks sind mit Gemälden geschmückt, darunter Werke von Domenico Ghirlando und Sodoma. Die Kanzel von Giovanni Pisano ist sehr bildgewaltig und erzählt viele christliche Geschichten von Heiligen und Aposteln. Sie ruht auf elf Stützen. Zwei Säulen werden von Löwen getragen, eine vom Erzengel Michael und eine vom griechischen Helden Herkules.

Arabisches Dekor und Kaisergrab

Der Innenraum des Doms wird von zwei Doppelsäulenreihen eingerahmt. Die Granitsäulen tragen byzantinische Arkaden. Sie erinnert mit ihrer schwarz-weiß Gestaltung an eine Moschee und somit wohl auch an den Sieg über die Sarazenen.
Im rechten Seitenschiff des Pisaner Dom befindet sich das Grab des deutsch-römischen Kaisers Heinrich VII. (geb. 1278), der 1313 auf dem Italien-Feldzug in Siena verstarb. Jedoch sind von den Grabmal nur noch Fragmente übrig. Als Fake hat sich inzwischen die Geschichte vom Leuchter erwiesen, an dem Galileo Galilei angeblich die Bewegungen des Pendel studierte. Denn der Leuchter wurde erst später hergestellt.

Siegesprämie diente zum Bau des Doms zu Pisa

Durch den Sieg über die Sarazenen 1063 stieg Pisa zur Seemacht auf und machte reichlich Kriegsbeute. Die wurde in den Dombau investiert. Baumeister Buscheto die Giovanni Guidice entwarf die fünfschiffige Basilika. Guidice wählte erstmals einen kreuzförmigen Grundriss. Diese Form war neu in Italien. 1118 wunde das Gotteshaus von Papst Gelasius II. eingeweiht. Im 12. Jahrhundert begann die aufwändige Verkleidung der Kathedrale mit Marmor, die später als Pisaner Romanik bekannt wurde. Außerdem diente der Pisaner Dom als Vorbild für Gotteshäuser in Siena und Florenz. Leider wurde durch einen Brand 1595 vieles von der ursprünglichen Innenausstattung ein Raub der Flammen. Erst im 17. Jahrhundert erfolgte die Restaurierung. Damals gehörte Pisa zum Machtbereich von Florenz und damit der Medici, die auch die Sanierung bezahlten. Aus dieser Zeit stammt unter anderem die vergoldete Kassettendecke.

Papageien-Taucher-Infos/Tipps

Piazza del Duomo, 56126 Pisa; Telefon: +39 050 835011/12; Öffnungszeiten: November bis Februar 10-18 Uhr, März und Oktober 10-19 Uhr, April bis September 10-20 Uhr; Internet: opapisa.it/en/
Tipp: Der Besuch des Doms ist kostenlos. Jedoch benötigen Besucher eine Eintrittskarte, die sie im Besucherzentrum am Domplatz erhalten. Um langes Anstehen zu vermeiden, ist es sinnvoll in der Hauptsaison möglichst früh am Platz der Wunder zu sein und sich als erstes Karten zu besorgen. Wer auch den Schiefen Turm von Pisa besteigen will, sollte sich die Karten bereits einige Wochen im voraus im Internet besorgen.

Taschenkontrollen: Vor dem Betreten des Dom erfolgen Taschenkontrollen wie am Flughafen. Große Taschen und Rucksäcke müssen am Dommuseum abgegeben werden.

Parken in Pisa
Genauso wie andere italienische Städte ist die Altstadt von Pisa für den Durchgangsverkehr gesperrt. Autofahrer sollten daher am besten vor der Stadt parken. Es gibt mehrere Möglichkeiten, neben kostenpflichtige Parkhäuser gibt es sogar kostenfreie Parkplätze in der Nähe des Schiefen Turms.

Bildquellen

  • pisa-dom: papageientaucher

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