Casa Milá – eine steinerne Welle

Die Casa Milá befindet sich an prominenter Stelle am Prachtboulevard Passeig de Grácia. Das Eckhaus des katalanischen Jugendstilarchitekten Antoni Gaudí entstand zwischen 1906 bis 1910 im spanischen Stil des Modernisme. Neben der geschwungenen Form drückt sich die moderne Form des Gebäude auch dadurch aus, dass Gaudí eine Tiefgarage und Fahrstuhlschächte bauen ließ. Besonders interessant ist der Gang über das Dach von „La Pedrera“, dem Steinbruch, wie die Barcelonaer das Haus spöttisch bezeichneten. Seit 1984 gehört das Haus zum UNESCO-Welterbe.

Gaudi baute die Casa Milá für den reichen Textilfabrikanten Pedro Milá und seine Frau Roser Segiman. Gaudi hatte freie Hand und griff zu ungewöhnlichen Materialien wie Eisen vom Schrottplatz für seinen letzten Profanbau. Danach widmete er sich ausschließlich der Sagrada Familia. Die Familie Milá Segiman tat sich jedoch etwas schwer mit dem modernen Design. Nichtsdestotrotz lebte sie bis zur Tod von Roser Segiman 1964 im ersten Stock des Hauses.

Gaudís Schornsteine sind mit Mosaiken verkleidet

Nach dem Eintritt ins Haus führt der Weg zum wesentlich später eingebauten Fahrstuhl. Er bringt Besucher auf das Dach, dass mit seinen beinahe surrealistisch-geformten Schornsteinen ein besonderes Merkmal der Casa Milá darstellt. Vom Dach aus haben Besucher nicht nur eine phantastischen Blick auf Barcelona sondern auch in die drei Innenhöfe, die die Räume mit Luft und Licht versorgen – das war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ungewöhnlich. Wie auch bei andere Gebäude von Gaudí sind die Fassaden teilweise mit Mosaiken verkleidet. Für die Schornsteine verwendete Gaudi an einigen Stellen grünes Glas von Flaschen.
Vom Dach aus geht es hinunter in die Dachräume.

Das ungewöhnliches Dachgeschoss der Casa Milá

Für die Bögen, die das Dach tragen. Wählte Gaudí eine ungewöhnliche Konstruktionsmethode. Er nahm Ketten als Vorbild für die Bögen, die das Dach abstützen. In dem obersten Stockwerk sind das Model des Hauses und Konstruktionsskizzen zu sehen. Auch die Konstruktionsgrundlage ist plastisch dargestellt. Durch die Bögen und die roten Ziegel hat der Dachraum einen ganz eigenen Charakter.

Eine Etage tiefer, im sechsten Stock, ist eine Wohnung mit Möbel aus der Zeit Gaudís eingerichtet. Die Original Jugendsteileinrichtung von Gaudí ließ die Hausherrin nach dessen Tod 1926 entfernen. In der Bel Etage, in der die Familie wohnte, veranstaltet die Stiftung Fundació Catalunya Kunstausstellungen.

Papageien-Taucher-Infos

Passeig de Grácia, 92 08008 Barcelona; Öffnungszeiten: März bis Oktober 9-20.30 Uhr, November bis Februar 9-18.30 Uhr, 25. u. 26 Dezember, 1. u. 6. Januar geschlossen; Eintritt: 22 Euro, ermäßigt 18 Euro, Nachtführungen 34 Euro

Anfahrt: Buslinie 7, 16, 17, 22,24 und V17
Metrolinie 3 und 5 bis Haltestelle Diagonal, Regionalbahn RENFE bis Passeig de Grácia

Tipp: In der Hauptsaison ist es besser, die Karten online zu buchen. Sie sind dann etwas preiswerter und Besucher sparen sich das Anstehen vor der Kasse, preiswerter wird der Besuch auch beim Kauf einer Kombikarte für den Hopp-on-Hopp-off-Bus beziehungsweise der Barcelona Card.

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Bildquellen

  • Die Casa Milá in Barcelona ist ein Wohnhaus des Jugendstilarchitekten Antoni Gaudí: papageientaucher

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