Angermünde – das Quedlinburg des Nordens

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Angermünde ist das Quedlinburg des Nordens. Viele alte Fachwerkhäuser sind restauriert und erzählen ihre interessante und wechselvolle Geschichte. Dazu gehört auch eine alte Burgruine, die sich wahrhaftig im Dornröschenschlaf befindet. Die historische Substanz der Ackerbürgerstadt mit knapp 14000 Einwohnern ist gut erhalten. Angermünde hat aber nicht nur historisches zu bieten. Der Skulpturenpark am Mündesee verbindet Kultur und Natur.

Klosterkirche der Franziskaner

Der Orden der Franziskaner errichtet das Gotteshaus Peter und Paul im 13. Jahrhundert. Der ursprünglich Granitquaderbau wurde schon bald erweitert und präsentiert sich heute im Stil der Backsteingotik. Nach der Säkularisierung im 16. Jahrhundert verfiel die Kirche zusehends und diente zeitweilig als Steinbruch. König Friedrich Wilhelm I. veranlasste im 19. Jahrhundert die erste Restaurierung. Nach der Wiedervereinigung wurde die Klosterkirche zur Veranstaltungshalle umfunktioniert.

Stadtpfarrkirche St. Marien

Die Stadtpfarrkirche Sankt Marien ist die älteste Kirche in Angermünde. Die gotische, dreischiffige Hallenkirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut. Sehr beeindruckend ist der Turm mit einer Höhe von 53 Metern. Der Innenraum wurde ebenfalls mehrfach umgestaltet. Im wesentlich präsentiert sich die Kirche im neogotischen Dekor, dass 1868 gewählt wurde. Der Altar stammt ebenfalls aus dieser Zeitperiode und zeigt die Erweckung des Lazarus. In einer Kapelle gibt es noch Reste des einstigen Renaissance-Altar zu sehen. Interessant sich zwei Ölgemälde. Eines zeigt den Stammbaum der Familie von Bürgermeister Krummkrüger, der den Altar gespendet hatte. Ein weitere Ölbild zeigt Propst Joachim Stegemann. Außerdem gibt es im der südwestlichen Ecke eine sogenannte Schatztruhe, ein großer Eichenkasten. Der Sage zufolge soll in dieser Truhe das Lösegeld für Markgraf Otto IV. gelegen haben.

Marktplatz mit Rathaus

Auch das Rathaus steht auf Fundament, die aus der Zeit der Stadtgründung herrühren. Im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört, entstand im 17. Jahrhundert auf den alten Fundamenten ein neues Rathaus im Fachwerkstil. Um 1826 erhielt das Rathaus die heute noch erhaltene klassizistische Fassade. Später erfolgte die Anpassung an den barocken Geschmack. Die Seitenflügel sind relativ neu. Sie wurden zwischen 1923 und 1924 angebaut. Oberhalb des Eingangs befindet sich das Stadtwappen, das der Bildhauer Albert August Manthe 1906 anfertigte.
Rechts neben den Eingang steht ein Holzesel. Er erinnert an den mittelalterlichen Brauch, Diebe und Betrüger an den Pranger zu stellen: In Angermünde gab es bis ins 19. Jahrhundert hinein so einen Prangeresel.
Auf dem Marktplatz steht außerdem ein mehrteiliges Kunstwert von Christian Uhlig. Zu den sechs Elemente gehört ein Brunnenbecken mit einem Wasserspiel.

Die Ratswaage von Angermünde

In der ehemaligen Ratswaage hat die Touristen-Information ihr Domizil. Das Fachwerkhaus entstand 1752. Dort wurden die Maße und Gewichte aufbewahrt. Im 19. Jahrhundert bezog die Stadtwache dort ihr Quartier. Später nutzte die Freiwillige Feuerwehr das Haus.

Stadtmauer mit Pulverturm

Die Stadtmauer stammt aus dem 13. Jahrhundert und umschloss die Stadt zunächst nur auf der Landseite. Die Mauer war 14 Kilometer lang und sieben Meter hoch. Vor der Mauer befand sich ein Doppelwall mit zwei Wassergräben. Auf einem Teil der Wallanlage befindet sich heute eine Grünanlage, der Friedenspark. Dort befand sich im 19. Jahrhundert der Friedhof. Der Pulverturm kam im 15. Jahrhundert dazu. Er diente später als Gefängnis und danach als Armenhaus. Im 18. Jahrhundert wurde der Nordteil der Mauer abgerissene, weil sie Einsturz gefährdet war. Die Steine wurden zum Bau des Rathauses benutzt bzw. an Bürger verkauft. Von der Mauer erhalten hat sich nur der südliche Teil. Dort sind auch noch einige der 36 Weich- bzw. Wiekhäuser erhalten.

Die Heilig-Geist-Kapelle

Die Heilig-Geist-Kapelle ist das einzig erhaltene Gebäude des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten gleichnamigen Hospitals. 1698 überließ Kurfürst Friedrich III. das Gotteshaus der französisch-reformierten Gemeinde.

Mündesee mit Skulpturenpfad

Ein Wanderweg führt um den Mündesee herum. Eine Wanderung um den See dauert etwa zwei Stunden. Am Ortsausgang von Angermünde führt der Weg zu einer Steganlage mit Bänken. Daneben beginnt die Skulpturenpromenade mit Werken internationaler Bildhauer. Bei niedrigem Wasserstand im Sommer taucht in der Seemitte ein Findling auf, der sogenannte Hungerstein. Früher zeigte ein niedriger Wasserstand schlechte Ernten und damit Hungermonate an.

Die Sage vom Hirschen

An Eingang zur Seepromenade erinnert eine Steinskulptur an eine alte Sage. Rund Angermünde gingen die Burgherren gerne auf die Jagd: eines Tages liefen sie einem staatliche Hirschen hinterher. Das Tier rettete sich vor den Jägern, in dem es in den Mündesee sprang und ans andere Ufer schwamm. Dort ging der erschöpfte Hirsch ans Land und durchs Stadttor. Die Städtern erlegten dann den Hirschen. Deshalb ist der Hirsch Bestandteil des Stadtwappens von Angermünde.

Burgruine im Dornröschenschlaf

Wie im Märchen sind die Reste der einstigen Burg von Angermünde mit Rosenbüschen bepflanzt. Von der Festung aus dem 12. Jahrhundert ist bis auf ein Stück Mauer sowie ein Turmfragment nicht mehr viel übrig geblieben. Die Burgruine befindet sich hinter dem Mälzerei-Gebäude.

Elk Welk im Heimatmuseum

Das Heimatmuseum mit einer Ausstellung über den bekannten Schriftstellers Elm Welk (Die Heiden von Kummerow) ist 2019 geschlossen. Ende des Jahres soll das Museum in neuen Räumen direkt am Marktplatz im Haus Uckermark wieder öffnen.

Angermünde entstand an einer alten Handelsstraße

Um 1210 entstand an der Kreuzung von Handelsstraße und an der Grenze zu Pommern eine Burg, die den neuen Siedlern Schutz bot. Südlich des Mündesees kreuzten sich die Handelswege Prenzlau-Gramzow-Oderberg, Schwedt-Templin und Berlin-Stettin. Aus dieser Zeit datiert auch die St. Marien-Kirche. Bereits 1254 erhielt Angermünde das Stadtrecht.

Papageien-Taucher-Info

Tourismusverein Angermünde, Brüderstraße 10, 16278 Angermünde; Telefon: 03331-297660; Öffnungszeiten: April bis Oktober Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa-So 10-13 Uhr, November bis März Mo-Fr 9-16 Uhr; Internet: angermuende-tourismus.de

Anfahrt
A 11 bis Abfahrt Joachimsthal/Angermünde, weiter über die A 198, Parkplätze gibt es an der Stadtmauer
Bahn: RE3
Rad: Der Fernradweg Berlin-Usedom führt an Angermünde vorbei. Außerdem führen die Radrouten 1 „Historische Stadtkerne“ und der Uckermärkische Randrundweg durch die Stadt.
Tipp: In den Sommermonaten verkehrt der Biberbus, Linie 496, in der Region um Angermünde und steuert einige Sehenswürdigkeiten an.

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Bildquellen

  • angermuende-rathaus: papageientaucher

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