Volubilis – fantastische, römische Mosaiken

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Volubilis nennen sich der Ort, an dem die Reste einer antiken Stadt zu sehen sind. Es ist eine der besterhaltenen Ausgrabungsstätten im nördlichen Afrika. Im ersten Jahrhundert war Volubilis in der Nähe von Meknes die Hauptstadt Mauretanias. Besonders sehenswert sind die zahlreichen Mosaiken, die sich erhalten haben. Seit 1997 gehört Volubilis zum UNESCO-Wertkulturerbe.

Reiche Provinzhauptstadt Volubilis

Volubilis lag einst im Zentrum der Olivenölherstellung, war und ist immer noch von Olivenhainen umgeben. Der Stadtgrundriss ist quadratisch angelegt, passt sich aber an einigen Stellen der Geländeform an. Im Mittelpunkt der Stadt befand sich das Forum mit dem Kapitol, der Basilika und der Markthalle. Heute noch ins Auge fällt der mächtige Triumphbogen zu Ehren des römischen Kaisers Caracalla. Weiterhin ist noch eine Säulenreihe vom Kapitol, dem ehemaligen Tempel, erhalten. Auch die Bogenwand der Basilika vermittelt einen Eindruck von der Größe der Stadt. Die Basilika wurde im 1. Jahrhundert fertiggestellt und zählte zu den schönsten römischen Basiliken in Afrika.

Beheizbare Badeanlage

Der Besuch in Volubilis beginnt im Museum. Dort sind auf zwei Ebenen zahlreiche Fundstücke, vor allem Bildhauerarbeiten zu sehen. Danach führt der Rundweg hinein in die antike Stadt. Erst geht es den Hang leicht hinauf, vorbei an einer alten Olivenölpresse. Die Häuser rund um die Presse sind eher klein und bescheiden. Folgen Besucher dem Weg weiter nach Norden, gelangen sie an das Haus des Orpheus. Der Name leitet sich von dem Mosaik im Peristyl des Hauses ab. Es zeigt den Sänger Orpheus. Rund um das Hauptmotiv sind in den Randquadraten verschiedene Tiere abgebildet. Im Flur sind dagegen Meerestiere wie Delfine auf dem Fußboden zu sehen. Interessant ist auch die beheizbare Badeanlage des Hauses.

Zwischen Venus und Bacchus

Über den Hauptweg kommen Besucher in Richtung Norden zu den Gallenius-Themen (links) und den Themen des Forums auf der rechten Seite. Eine Seite des Weges wird vom Aquädukt begrenzt. Es lohnt sich, vom Hauptweg, dem Decumanus Maximus, in die Seitengassen abzubiegen. Zwischen den Mauerresten tauchen immer wieder imposante Fußbodenmosaiken auf. So ist im Haus des Reiters ein Mosaik den Göttern Dionysos, Eros und Adriane gewidmet. Weitere Motiven sind Bacchus und die vier Jahreszeiten und das Bad der Nymphen. Es gibt zudem Darstellungen von Meerjungfrauen und Raubtieren. Neben Bacchus sind auch die Nereiden ein beliebtes Motiv gewesen. Im Haus der Venus gab es ein Mosaik, das die Göttin mit ihren Gefolge darstellt: es ist im Museum von Tanger zu besichtigen. In diesem Haus wurden unter anderem Bronzestatuen von Juba II. sowie des Stoikers Uticensis (95-46 v. Chr.) gefunden. Sie sind inzwischen im Museum in Rabat untergebracht. Marcus Porcius Cato, genannt Uticensis, war römischer Statthalter in Nordafrika und wurde als Verfechter altrömischer Ideale verehrt.

Erdbeben von Lissabon schädigte Volubilis

Bereits im Neolithikum siedelten Menschen an dieser Stelle. Auch Karthager lebten in der Siedlung. Der mauretanische König Juba II. gründete um 25 v. Chr. dort die Stadt Volubilis. Sie war dann jahrhundertelang lang wichtige Hauptstadt der Provinz Mauretania Tingitana. Der Handel mit Weizen und Olivenöl brachten den Bewohner einigen Wohlstand wie an den Häusern zu erkennen ist. Um Jahr 285 wurde die Stadt offenbar in Folge von zunehmenden Angriffen von Berberstämmen evakuiert. Im 8. Jahrhundert machte der Gründer der Idrisiden-Dynastie, Moulay Idris, Volubilis zu seiner Hauptstadt. In der fünf Kilometer entfernten Kleinstadt Moulay Idris befindet sich sein Mausoleum. Die Stadt geriet jedoch in den nachfolgenden Jahrhunderten in Vergessenheit. Im 18. Jahrhundert entdeckte ein Mitglied der britischen Botschaft in Meknes die Ruinenstadt. Das Erdbeben von Lissabon 1755 sorgte für weitere Beschädigungen der antiken Stadt, die bis dahin noch bewohnt war. Anfang des 20. Jahrhundert begannen französischen Archäologen mit Ausgrabungsarbeiten, die dann schließlich in der Einrichtung eines Museums mündeten.

Papageien-Taucher-Info

Öffnungszeiten von Sonnenaufgang bis -untergang, Juli und August ab 7 Uhr, Eintritt: 10 Dirham für Einheimische, 70 Dirham für Ausländer

Anfahrt: Bus nach Moulay Idris und von dort ein Taxis nach Volubilis nehmen

In der Nähe

  • Meknes
  • Moulay Idris

Bildquellen

  • volubilis-eingang: papageientaucher

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