Städel Museum in Frankfurt – berühmte Kunst

Das Städel Museum in Frankfurt ist sehenswert und nicht ohne Grund weltweit bekannt. Auf vier Etagen wird Kunst aus 700 Jahren präsentiert. Darunter sind viele Meisterwerke unter anderem von Rembrandt van Rijn, Sandro Botticelli, Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Pablo Picasso oder Gerhard Richter. Das Haus besitzt etwa 3000 Gemälde aus der Zeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dazu kommen 100000 Zeichnungen und Druckgrafiken, 4600 Fotografien und 660 Skulpturen. In den Dauerausstellungen werden etwa 1000 Werke gezeigt. Dazu kommen jedes Jahr aktuelle Wechselausstellungen.

Gemälde vom Fußboden bis zur Decke

Vom Foyer gelangen Besucher über eine Treppe in den 2. Stock mit der Abteilung Alte Meister. Im oberen Treppenabsatz sind die Wände entsprechend der Petersburger Hängung vom Fußboden bis zur Decke mit Gemälden „tapeziert“. Es war früher üblich, Gemälde sehr dicht und vom Boden bis zur Decke aufzuhängen, wie es beispielsweise in der Sankt Petersburger Eremitage üblich war. Daher stammt die Bezeichnung. Die übrigen Räume zeigen aber wie üblich jeweils einzelne Bilder an den Wänden.

Die Präsentation spiegelt den Sammlungscharakter wider

Die Hängung der Werke ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sie geht nicht immer chronologisch vor sondern fügt Gemälde zu einem bestimmten Thema zusammen. Das liegt teilweise daran, wie Namensgeber Städel gesammelt hat. Der reiche Kaufmann Johann Friedrich Städel (1728-1816) lies sich von Kunstexperten beraten und konnte das eine oder andere Meisterwerk für seine Sammlung erwerben. In den letzten Lebensjahren lies seine Sammelleidenschaft jedoch nach. Es kamen keine neuen Gemälde mehr dazu, obwohl sie in der damaligen Zeit relativ günstig zu erwerben gewesen wären. Städel und auch seine Nachfolger kaufen auch Sammlungen anderer Sammler sowie Nachlässe auf. Darunter Teile der Sammlung von Wilhelm II. der Niederland. So findet sich im Städel Museum das Bildnis der Simonetta Vespucci von Sandro Botticelli oder das Porträts des Kirchenreformer Martin Luther von Lucas Cranach.

Johann Friedrich Städel vermachte Frankfurt seine Kunstsammlung

Auf Grund der Geschichte ist die Sammlung nicht so vollständig wie bei anderen stattlichen Gemäldegalerie. Dafür erhalten Besucher einen Eindruck, von den Vorlieben des Sammlers für deutsche und niederländische Künstler. Der Frankfurter Bankier und Gewürzhändler Johann Friedrich Städel gründete kurz vor seinem Tod eine Kunststiftung und vermachte sie samt seinem Wohnhauses am Roßmarkt der Stadt Frankfurt. Außerdem richtet er die Kunsthochschule ein. In den folgenden Jahrhunderten vervollständigten die Direktoren und Kuratoren die ursprüngliche Sammlung von 500 Werken.

Moderne Malerei im Städel Museum

Im ersten Stock befindet sich die Abteilung der klassischen Moderne. Dort bekommen Besucher Werke der Impressionisten und Expressionisten sehen. Darunter sind Bilder von Picasso, Matisse, Edgar Degas, Edvard Munch, Auguste Renoir, Claude Monet oder Max Beckmann.

Im Keller präsentier das Haus zeitgenössische Künstler wie Gerhard Richter. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich teilweise um Kunstwerke von Institutionen, wie beispielsweise der Deutschen Bank oder dem Chemieunternehmen Hoechst.

Einzigartige Sammlung von Zeichnungen und Grafiken

Mit 100000 Werke ist die Grafische Sammlung einzigartig in Deutschland. Die Zeichnungen und Druckgrafiken umfassen einen Zeitrahmen von Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Interessant sind nicht nur die Studien von Albrecht Dürer sondern auch die von Tizian, Rembrandt oder Picasso. Die grafische Sammlung hat gesonderte Öffnungszeiten (siehe unten).

Haus der Kunst am Schaumainkai

1878 wurde das neue Kunstgebäude am damaligen Schaumainkai eröffnet. Entworfen hat den Museumsbau im Stil der Neorenaissance der Architekt Oskar Sommer. Besucher gehen am Eingang zwischen zwei Statuen hindurch. Eine Skulptur stellt Hans Holbein dar, die andere Albrecht Dürer. Im Erdgeschoss befinden sich zudem Restaurant, Museumsshop und Café.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main; Telefon: +49 (0) 69-605098-200; Öffnungszeiten: Di bis So 10-18 Uhr, Do und Fr bis 21 Uhr, Graphische Sammlung Mo und Fr 14-17 Uhr Do bis 19 Uhr; Eintritt: Di-Fr 14 Euro, Sa-So 16 Euro, ermäßigt 12/Euro bzw., Sa-So 14 Euro, Familienkarte 24 Euro, Kinder bis zum alter von 11 Jahren haben freien Eintritt; Internet: staedelmuseum.de

Tipp: 2019 gibt es mehrere Sonderausstellungen: vom 13. Februar bis zum 26. Mai 2019 „Tizian und die Renaissance in Venedig“, vom 26. Juni bis 13. Oktober „Das Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rotluff“, vom 23. Oktober bis 16. Februar 2020 „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“und vom 13. November bis zum 16. Februar „Große Realistik & große Abstraktion. Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter.

Anfahrt

U-Bahnlinien U1, U2, U3 und U8 bis Schweizer Platz, Tram 15 und 16 bis Otto-Hahn-Platz, Bus 46 bis Städel
Parkhäuser gibt es ab der Walter-Kolb-Straße 16, Willy-Brandt-Platz 5 und Untermainanlage 1

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Bildquellen

  • staedelmuseum: papageientaucher

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