Stadtrundfahrt Dresden – vom Zwinger zum Weißen Hirsch

Eine Stadtrundfahrt ist jedem zum empfehlen, der das erste Mal Dresden besucht. Die etwa anderthalbstündige Tour führt an fast allen Sehenswürdigkeiten vorbei und das bequem vom Oberdeck eines Busses aus. Normalerweise bin ich kein Freund solcher Stadtrundfahrten. Aber in Dresden gibt es auf der anderen Elbseite viel Interessantes zu entdecken und das lässt sich nicht zu Fuß erledigen. Die Stadtrundfahrt vermittelt einen guten Überblick, was außerhalb der Altstadt noch einen Besuch wert ist.

Stadtrundfahrt Dresden: Abfahrt am Theaterplatz

Die erste Haltestelle der Stadtrundfahrtbusse befindet sich an der Augustusbrücke am Theaterplatz. Gäste können jedoch auch an jeder anderen der 22 Haltestelle aus- und zusteigen. Es lohnt sich deshalb, zwei oder vier Euro zusätzlich zu bezahlen. Dann sind die Tickets ein oder zwei weitere Tage gültig und Fahrgäste können mit ihnen die Sehenswürdigkeiten gezielt ansteuern. Die Busse verkehren zwischen 9.30 und 20 Uhr, in der Sommersaison von April bis Oktober bis 22 Uhr. Zu Beginn der Tour geht es kreuz und quer durch die Altstadt vorbei am Schloss, dem Zwinger und den Brühlschen Terrassen.

Zigarettenfabrik Yenidze sieht aus wie eine Moschee

Auf dem Weg zum Herzoginnengarten passiert der Bus dann die berühmte Tabakfabrik Yenidze. Das Fabrikgebäude sieht aus wie eine Moschee. Die nächsten Stationen sind Brühlscher Garten, Neue Synagoge und Kongresszentrum. Von dort fährt der Bus am Elbufer entlang zum Albertinum. Im Albertinum befindet sich Dresdens Skulpturensammlung. Mit einem Schlenker über die Wilsdruffer Straßen rücken Frauenkirche, Altmarkt, Kreuzkirche, Rathausturm und Verkehrsmuseum ins Blickfeld.

Dresdner Zoo und Gläserne Manufaktur

Nach der ausgiebigen Fahrt durch die Altstadt fährt der Bus durch die Vorstadt mit Ex-DDR-Plattenbauten. Arnoldbad, Dresdner Zoo und das berühmte Hygienemuseum sind die nächsten Stationen. Die Gläsernen Manufaktur ist das Fabrikationsgebäude der Autofirma Volkswagen. Das Gebäude ist vollständig verglast, so dass man durch die Scheiben zusehen kann, wie die Autos zusammengebaut werden.

Botanischer Garten und Parkeisenbahn

Besucher des Botanischen Gartens sowie der Parkeisenbahn müssen ebenfalls an der Haltestelle Gläserne Manufaktur den Bus verlassen. Wer dagegen die einst königlichen Gärten aufsuchen will, fährt noch eine Station weiter. Vom Bus aus hat man einen schönen Blick auf die große Gartenanlage. Im Hintergrund ist das Palais zu sehen. Danach geht es in Richtung Johannstadt wieder ans Elbufer mit dem Elbwiesen. Die Wiesen dienen im übrigen dem Hochwasserschutz. Sie stehen bei Hochwasser unter Wasser.

Die drei Elbschlösser

Auf der nördlichen Seite der Elbe geraten nach und nach die drei Elbschlösser ins Blickfeld: Albrechtsberg, Eckberg und Lingner. Das erste Schloss erbaute ein Schüler von Schinkel für Prinz Albrecht von Preußen. Das benachbarte Anwesen erwarb später der Fabrikant Karl August Lingner. Die Villa Souchay auf dem Eckberg erbautet der Kaufmann Johann Souchay.

Blaues Wunder an der Elbe

Nächster Halt ist der Schillergarten, ehe es über das Blaue Wunder auf die anderen Elbseite geht. Die Brücke hat wegen ihrer Farbe den Spitznamen „Blaues Wunder“ erhalten. Hinter der Brücke hält der Bus an der Talstation der Schwebe- und der Standseilbahn. Dort steigen am besten auch die Gäste aus, die das Schillerhäuschen besuchen wollen oder das Leonhardi-Museum.

Durch den Weißen Hirschen

Über die Grundstraße kurvt der Bus durch das Villenviertel Loschwitz und danach durch den Ortsteil Weißer Hirsch. Seinen Namen erhielt das Villenviertel durch die Gaststätte „Zum Weißen Hirschen“. Inzwischen sprangen an vielen Häusern weiße Hirschgeweihe. Ende des 19. Jahrhunderts war das Areal Kurort mit Sanatorium. Mitglieder des Hauses Hohenzollern kurten dort genauso wie die russischen Zarenfamilie. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Thomas Mann, Claire Waldorff, Paul Linke, Zarah Leander, Heinz Rühmann und Marita Rökk zur Erholung ins Sanatorium.

Pfunds Molkerei

Die Molkerei an der Bautzener Straße hat Kultstatus. Die spektakuläre Inneneinrichtung des Käseladens müssen Besucher unbedingt gesehen haben. Der Laden ist mit Jugendstil-Fliesen von Villeroy und Boch ausgekleidet. Wer Zeit hat, sollte unbedingt aussteigen und sich die einmalige Molkerei ansehen.

Japan-Palais und Canaletto-Blick

Zurück geht es durch die Radeberger Vorstadt. Der Bus hält an der Königstraße. Von dort geht die Fahrt direkt auf das Japanische Palais zu. Über die Innere Neustadt fährt der Bus zurück zur Augustusbrücke. Dort muss der Maler Canaletto gestanden haben, als er die Altstadt von Dresden gemalt hat. Deshalb ist diese Stelle auch als der Canaletto-Blick bekannt.

Papageien-Taucher-Info

Stadtrundfahrt Dresden GmbH: Haltestelle Theaterplatz an der Augustusbrücke, Preis: ab 20 Euro, für 22 Euro sind die Ticket zwei Tage gültig, für 24 Euro drei Tage; Internet: stadtrundfahrt.com

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Bildquellen

  • Die Altstadt von Dresden: papageientaucher

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