Museum Gulbenkian – viel Kunst aus dem Orient

Das Museum Gulbenkian in Lissabon ist eine Pilgerstätte für Kunstfreunde. Die Sammlung des armenischen Ingenieurs füllt eine wichtige Lücke in der mit Kunstschätzen nicht sehr üppig ausgestatteten Hauptstadt Portugals.

Kunst und Kultur aus mehr als 4000 Jahren

In 17 Räumen präsentiert das Museo da Fundacao Gulbenkian einen Querschnitt durch Kunst und Kultur aus vier Jahrtausenden. Einen Schwerpunkt bildet die europäische Kultur zwischen dem 11. und 19. Jahrhundert. Es gibt aber auch Kunsthandwerk aus dem alten Ägypten.

Ein Rundgang durch das Calouste Gulbenkian Museum

Am besten folgen Besucher dem Rundgang, der durch die 17 Räume führt. Der erste Raum ist wie eine ägyptische Grabkammer angelegt. Zu sehen sind unter anderem Alabastergefäße, Bronzen, zwei Tempelreliefs und eine Sonnenbarke von Pharao Djedher.

Der nächste Raum präsentiert Kunst aus der griechisch-römischen Periode. Sehenswert sind die Münzen aus den ersten sechs Jahrhunderten nach Beginn der Zeitrechnung.

Filigranes orientalisches Kunsthandwerk

Einen Schwerpunkt bildet die Sammlungen mit orientalischen Kunstwerken. Sie ist eindrucksvoll und besonders sehenswert. Nirgends sonst auf dem europäischen Kontinent werden Werke aus dem orientalischen Raum so opulent präsentiert. Da im Islam das reale Abbilden von Menschen, Tieren aber auch Blumen aus religiösen Gründen verpönt war, entwickelten orientalische Künstler eine wahre Meisterschaft im Darstellen von geometrischen Mustern. Wunderschöne Fliesen, Geschirr und Teppiche vermitteln einen Eindruck von den besonderen künstlerischen Fähigkeiten der Handwerker vor allem aus Persien und der Türkei.

Chinesisches Porzellan

Im Raum mit Kunst aus dem Fernen Osten überwiegen Gegenstände aus Porzellan. Das reicht von überdimensionierten Vasen bis hin zu kleinen Porzellandosen für Arzneien.

Gebetsbücher, Fayencen und Tapisserien

Zahlreiche Gebetsbücher aus dem 14. und 15. Jahrhundert vermitteln einen Eindruck von der Kunst im ausgehenden Mittelalter und dem Beginn der Renaissance. Wertvolle Gobelins aus Ferrara und Fayencen aus Italien und Valencia führen in die Neuzeit.

Gemälde großer Meister

Das Museum besitzt Werke von Edgar Degas, Auguste Renoir, Peter Paul Rubens Rembrandt oder Rogier van der Weyden. Vielfach handelt es sich um Porträts. Es sind also nicht die Präferenzwerke der jeweiligen Künstler. Aber sie vermitteln einen Eindruck von dem sonstigen Schaffen der jeweiligen Maler. In den Räumen sind zudem Möbel und Gebrauchsgegenstände ausgestellt.

Zeitgenössisches in der Modern Collection

Durch einen schön angelegten Park mit einem Bambuswald und zahlreichen Skulpturen gelangen Besucher zum zweiten Gebäude. Dort werden moderne Werke vor allem von portugiesischer Künstler präsentiert. Außerdem sind dort die wechselnden Ausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstler zu sehen.

Mäzen Calouste Sarkis Gulbenkian

Der in Istanbul geborene britische Ingenieur Calouste Sarkis Gulbenkian (1869-1955) stammte aus einer reichen armenischen Familie. Der Ölexperte, der auch Geld in den Bau des Panamakanal investierte, kaufte mit seinem Vermögen eine umfangreiche Kunstsammlung zusammen. Er gründete zudem eine Stiftung (Fundacao Calouste Gulbenkian), die den Nachlass verwaltet. Sie initiierte 1969 den Bau des Museums Gulbenkian in Lissabon.

Papageien-Taucher-Info/Tipps

Avenida de Berna. 45A, 1067-001 Lisboa, Telefon: +351-27823000, Öffnungszeiten: Mi-Mo 10-18 Uhr, an Feiertagen geschlossen, Eintritt: 10 Euro für beide Häuser, Kinder ab 12 Jahren und Senioren die Hälfte, freier Eintritt jeweils Sa ab 14 Uhr; Internet: gulbenkian.pt

Anfahrt: Metro bis Haltestelle S. Sebastian, Buslinien 16, 56, 718, 726 und 742;

Tipp: Im Kellergeschoss im Hauptgebäude befindet sich ein Café. Es lohnt sich dort mit Blick auf den Teich eine Pause einzulegen und dann durch den Park ins zweite Haus zu gehen. Der Park ist wie ein Botanischer Garten angelegt und gleichzeitig Freilichtmuseum mit zahlreichen Skulpturen.

In der Nähe

  • Pastelaria Versailles, Avenida da Republica, 15 A, Tel.: 213 54 63 40
  • Museo da Cidade (Stadtmuseum), Campo Grande, 245, Telefon: 217513200; Mo-So 10-13 Uhr und 14-18 Uhr, Eintritt 2 Euro; Internet: museudacidade.prefeitura.sp.gov.br
  • Parca Maques de Pombal

Bildquellen

  • gulbenkian: papageientaucher

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