Vehlefanz – zwischen Wasserschloss und Bockwindmühle

In Vehlefanz übernachtete einst der französische Kaiser Napoleon Bonaparte. Genauer gesagt richtete er im Alten Amtshaus sein Quartier ein. Von der alten Wasserburg bekommen Besuchern noch eine Turmruine zu sehen. Der Ort mit etwas mehr als 1800 Einwohnern zwischen Krämer Wald und Rhin Luch war bereits im 6. Jahrhundert nach Beginn der Zeitrechnung von Wenden besiedelt. Eine Wanderweg führt Besucher zu den Sehenswürdigkeiten von Vehlefanz.

Von der alten Wasserburg ist nicht mehr viel zu sehen

Von der Wasserburg in Vehlefanz ist nur noch eine Turmruine übrig geblieben sowie der aufgeschüttete Botscheberg. Auf diesem Erdhügel befand sich im 14. Jahrhundert die Wasserburg, eine sogenannte Turmhügelburg. Der einstige Burggraben ist nur noch rudimentär an dem Erlenbewuchs zu erkennen. Der Graben wurde 1897 zugeschüttet. Ein möglicher Burgherr war nach Urkunden zu urteilen, Burchard von Vehlefanz. Später übernimmt die Familie von Redern das Anwesen. Sie lassen im 18. Jahrhundert anstelle der Wasserburg ein neues Schloss, das heutige Alte Amtshaus errichten.

Napoleon übernachtete im Alten Amtshaus

1786 wurde anstelle der Wasserburg ein neues Schloss oder Amtshaus gebaut. Dafür sind auch Steine der alten Wasserburg verbaut worden. Auf seinem Feldzug gegen Russland richtete der französische Kaiser Napoleon 1812 sein Hauptquartier ein. Der Feldzug gegen den Zaren verlief nicht erfolgreich und läutete das vorläufige Ende der Herrschaft Napoleons ein.

Dorfkirche Dreieinigkeitskirche

Auf einem kleinen Hügel steht auch die alte Dorfkirche. Der Vorgängerbau wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet, als die Christianisierung der Wenden unter Albrecht dem Bären vorangetrieben wurde. Von diesem ursprünglichen Bau zeugen noch die Feldsteine, aus denen die Kirchenmauern etwa bis zur halben Höhe bestehen. Es finden sich Stilelemente der Renaissance und des Barock an dem Sakralbau. Sehenswert ist der Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert. Das Kruzifix ist dagegen spätgotisch aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Die 1756 eingebaute Orgel von Gottlieb Schotze ist dagegen ein Kind des Rokoko. Außerdem gibt es drei reichverzierte Grabtafeln, sogenannte Epitaphien von den einstigen Landbesitzern von Bredow und zu Putlitz. Interessant ist auch der Ofen. Die schwarzen Kacheln zeigen das Bildnis von Kaiser Leopold I. (die Kirche ist nur während der Gottesdienste geöffnet; Internet: kirche-oberkraemer.de).

Bockwindmühle

Die Bockwindmühle stammt aus dem Jahr 1815 und war bis 1965 in Betrieb. Seit 1977 steht sie unter Denkmalschutz. Die Mühle ist 2018 am 13. und 21. Mai, 9. Juni und 9. September jeweils von 11-16 Uhr für Besucher geöffnet (Eintritt: 1 Euro, ermäßigt 50 Cent; Telefon: 03304-2061227; Internet: oberkraemer.de/bockwindmuehle-vehlefanz)

Wanderweg durch Vehlefanz

Ein 2,5 Kilometer langer Wanderweg führt Besucher zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Start ist an der Kreuzung Am Alten Amtshaus. Von dort führt die gut ausgeschilderte Route über die Straße Burgwall zum Mühlensee. Entlang am Ufer des Sees gelangen Wanderer dann bis zur Bockwindmühle. Von dort geht der Weg zurück zum Dorfanger mit der alten Dorfkirche (Internet: heimatverein-vehlefanz-ev.de/wanderweg.html)

Papageien-Taucher-Info

Zum Alten Amtshaus 1, 16727 Oberkrämer/Vehlefanz; Internet: oberkraemer.de/vehlefanz/

Anfahrt über die Bundesautobahn 10 bis Abfahrt Oberkrämer oder über Landstraße 17

 

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Bildquellen

  • Bockwindmühle in Vehlefanz: papageientaucher

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