Stiftskirche Sankt Cyriacus in Gernrode

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Die Stiftskirche St. Cyriacus ist ein bedeutendes Bauwerk aus der ottonischen Zeit. Das romanische Gotteshaus stammt aus dem 10. Jahrhundert und wurde 961 das erste mal erwähnt. Das angesehene Frauenstift Gernrode gab den Sakralbau in Auftrag. Das Geld für den Bau stammt von jedoch von Markgraf Gero, der das Frauenstift finanziell unterstützte. Eine Besonderheit ist das Heilige Grab im Inneren der Kirche.

Die Stiftskirche Sankt Cyriacus

Mit dem Bau der romanischen Kirche wurde vermutlich bereits 959 begonnen. Nachdem Markgraf Gero eine Armreliquie des Heiligen Cyriacus stiftetet, wurde die Kirche diesem Heiligen gewidmet. Die verschiedenen Baustufen des Gotteshauses lassen sich noch gut erkennen. So ist die Mittelachse von Westwerk und Kirchenschiff leicht verschoben. Vermutlich wurde zunächst der Ostteil gebaut und dann Westwerk und Kirchenschiff angebaut. Historiker vermuten, dass an der Stelle des Kirchenschiffes eine kleinere Kirche stand, die abgerissen wurde, um für das Kirchenschiff Platz zu schaffen. St. Cyriacus ist eine Emporenbasilika, die sich an byzantinischen Vorbildern orientierte. Es ist zudem die erste Kirche dieser Art nördlich der Alpen.

Reliquie des heiligen Cyriacus

Der Gebetsraum ist als Langhausempore gestaltet. Hinter den Bögen nahmen die Stiftsdame an den Gottesdiensten teil. Der Blick des Besuchers wird auf den Hochaltar gelenkt. Die Apsis wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert mit mittelalterlichen Motiven bemalt.
Im Kellergeschoss befindet sich die dreischiffige Krypta. sie besteht aus einem von schlichten Pfeilern getragen Tonnengewölbe. Dort soll sich einst die Reliquie des heiligen Cyriacus befunden haben.

Gotteshaus als Lagerhalle

Von der reichen Ausstattung der Stiftskirche haben sich nur Reste erhalten. Da das Haus nach der Säkularisierung entsprechenden den Vorstellungen der Reformierten umgestaltet wurde. Nach Aufgabe des Stifts diente die Kirche sogar als Lagerhalle für Kartoffeln und andere Ackerfrüchte sowie als Viehstall. Von der ursprünglichen Ausstattung hat sich aber das Heilige Grab erhalten.

Das Heilige Grab in Gernrode

Das Heilige Grab im südlichen Seitenschiff ist vor dem ersten Kreuzzug entstanden. Es ist das älteste Heilige Grab nördlich der Alpen. Es handelt sich um die Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem. Die Außenseiten sind mit Reliefs geschmückt. Zu sehen sind die Stationen der Ostergeschichte – die Auferstehung Christi. Das Heilige Grab war Mittelpunkt der Passionsspiele. So wurde der vom Kreuz genommene Korpus von Christus in den Sarkophag des Heiligen Grabes gelegt und am Ostersonntag wieder hervorgeholt.

Hochgrab des Stifters

Das reich verzierte Hochgrab des Markgrafen Gero befindet sich in der Vierung. Es stammt aus dem Jahr 1519. Die Plastik des Grabdeckels zeigt den Grafen in Rüstung. Das Relief könnte aus der Werkstatt von Tilman Riemenschneider stammen. Von den Grabplatten der Äbtissinnen sind nur noch zwei erhalten: Adelheid von Walde und Bertradis von Snaudit. Die anderen wurden im 19. Jahrhundert zu Treppenstufen verarbeitet. Außerdem steht die Grabplatte Elisabeths von Weida im nördlichen Epistelambo.

Wohngemeinschaft adliger Frauen

Markgraf Gero war Mäzen der Stiftskirche. Er gründetet das Frauenstift, das die Kirche für ihre Gebete nutzte. Das Stift diente unter anderem der Erziehung adliger Frauen und als Alterssitz für Witwen. Ähnlich wie das freie, weltliche Stift in Quedlinburg war es kein Kloster sondern eher eine Wohngemeinschaft adliger Frauen. Markgraf Gero machte Hathui, die Witwe seines ältesten Sohnes Siegfried, zur erste Äbtissinnen. Bereits im 12. Jahrhundert wurde das Gotteshaus um Westchor mit Apsis und Krypta erweitert. Durch Aufgabe des Stifts im 17. Jahrhundert verfiel die Anlage zusehends. Die Stiftsgebäude wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen, die Kirche als Lagerhaus genutzt. Mitte des 19. Jahrhunderts bekam der preußische Konservator der Denkmäler, Ferdinand von Quast, den Auftrag, die Kirche wieder in Stand zu setzen. Aus dieser Phase stammen auch die Fresken an der Ost- und Westapsis, die romanischen Wandmalereien nachempfunden sind. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts beschränken sich die Restaurierungsarbeiten auf die Sanierung von gefährdeten Bauteilen.

Papageien-Taucher-Infos/Tipps

Burgstraße 3, 06485 Quedlinburg, Ortsteil Gernrode; Öffnungszeiten: April bis Oktober Mo-Sa 9-17 Uhr, So 12-17 Uhr, November bis März täglich 15-16 Uhr außer an Feiertagen; Führungen nach Anmeldung unter Telefon: 039485-275, Kosten: 3 Euro; der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten; Internet: www.stiftskirche-gernrode.de

Tipp: Gernrode liegt an der Straße der Romanik.

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Bildquellen

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