Schloss Caputh

Schloss Caputh ist etwas für Kulturinteressierte. Im Sommersitz der brandenburgischen Kurfürstin gibt es vor allem Kunst zu bewundern. Das Anwesen ist das älteste, erhaltene Lustschloss aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Einmalig ist das Sommerspeisezimmer im Untergeschoss. Aber auch Tizian und Rubens sind im Bilderreigen vertreten.

Speisen im Fliesensaal

Eine besonderer Sehenswürdigkeit ist der Fliesensaal im Untergeschoss. Wände und Decken sind komplett mit 7500 holländischen Fayencefliesen -weiß mit blauen Motiven – bedeckt. Soldatenkönig Friedrich Wilhelm ließt den Speisesaal um 1720 nach dem Vorbild im Schloss Oranienbaum bei Wörlitz gestalten.

Kurfürstliche Wohnkultur um 1700

Die Ausstattung mit Möbel ist zwar minimal, dafür sind aber mehrere Stuckdecken mit Gemälde aus der Zeit von Dorothea von Brandenburg (1636-1689) erhalten geblieben. So stammen die Deckengemälde von den beiden Hofmalern Samuel Theodor Gericke und Augustin Terwesen. Im westlichen Eckpavillon befindet sich eine Porzellankammer. Einige wertvolle Teller, Schüsseln und Becher sind in der Ausstellung zu sehen.

Gemäldesammlung

Mehr als 100 Gemälde geben einen Eindruck vom Kunstgeschmack der einstigen Bewohner. Neben ihren Porträts finden sich vor allem Bilder niederländischen und italienische Herkunft. Darunter auch Gemälde von Rubens und Tizian. Das Gemälde “Dame mit Papageien” des Leidener Malers Willem van Mieriss (1662-1747) zählte zu den Lieblingsbilder der Kurfürstin Dorothea. In Vorzimmer zur Festsaal hängt eine Galerie römischer Kaiser. Darunter auch ein Porträt von Cäsar.

Dreikönigstreffen in Schloss Caputh

Das Schloss Caputh liegt am Templiner See. Die ursprüngliche barocke Anlage mit Skulpturen und Fontänen erfuhr im 19. Jahrhundert eine Modernisierung nach Plänen des Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné. Im Park zeugen alte, ausladende Bäume von den Umgestaltungen. Der Rundweg führt zum Templiner See hinunter. Das Erscheinungsbild des Sommerdomizil prägte maßgeblich die Kurfürstin Dorothea von Brandenburg. Sie war die zweite Ehefrau des Großen Kurfürsten, der das Lustschloss 1671 erwarb. Im frühbarocken Stil wurde das einstige Rittergut um zwei Flügel erweitert. Preußens König Friedrich I. hielt sich gerne in Caputh auf und passte die Innendekoration seinem Geschmack an. Sein Sohn, Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., schuf den berühmten Fliesensaal. Am 8. Juli traf er sich im Schloss mit August dem Starken und dem dänischen König Friedrich VI. Bei diesem Dreikönigstreffen ging es um eine Allianz gegen Schweden. Ein Gemälde dokumentiert dieses denkwürdige Zusammentreffen. Das Bild befand sich zuletzt in der Sammlung von Pop-Art Künstler Andy Warhol.

Weberei für türkische Garne

Friedrich der Große hatte dagegen wenig Interesse an dem Lustschloss und verpachtete das Gut an eine Färberei und Weberei. Sie stellte unter anderem türkische Garne her.1820 erwarb Generalleutnant August von Thümen das Anwesen. Sein Sohn ließ den Schlosspark nach Plänen von Peter Joseph Lenné zu einem Landschaftsgarten umgestalte. Bis 1946 bewirtschaftete die Familie von Willich das Areal. Ab 1947 zog eine Berufsschule ins Schloss. Nach umfänglichen Restaurierungen durch die Stiftung preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist das Anwesen seit 1998 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Papageien-Taucher-Infos

Straße der Einheit 2, 14548 Schwielowsee; Buchungstelefon: 0331-9694222; Öffnungszeiten: April Sa/So 10-17.30 Uhr, Mai bis Oktober Di-So 10-17.30 Uhr, November bis März Sa/So 10-16 Uhr; Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 5 Euro; Internet: www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-park-caputh/

Anfahrt
A 2 oder A 115, A 10 bis Abfahrt Michendorf, B2 bis Michendorf und weiter über Caputher Chausseee
Regionalbahnlinie 22 bis Caputh
Buslinie 607 bis Schloss Caputh

Im Kavaliershaus ist ein Hotel mit Restaurant untergebracht, das derzeit aber weitgehend für Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Sonntags-Brunch mit Anmeldung genutzt wird, für Besucher:innen ist das Haus jeweils sonntags von 15-18 Uhr zum Kaffee trinken zugänglich (Telefon: 033209-84630).

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Bildquellen

  • schloss capurh: papageientaucher

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