Lilienthal-Centrum in Stölln – der älteste Flugplatz der Welt

Das Lilienthal-Centrum in Stölln ist ein Museum zur Geschichte der Luftfahrt. Es zeigt anschaulich, wie der  Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896) das Fliegen erforschte. Er war Wegbereiter der modernen Luftfahrt und er war der erste Mensch, der wiederholt Gleitflüge absolvierte. Außerdem schuf der Ingenieur die wissenschaftlichen Grundlagen der Flugtechnik. Auf dem Flugplatz in Stölln fanden viele Versuche und die ersten Gleitflüge der Welt statt.

Flugkunde in der Brennerei

In der ehemaligen Brennerei in Stölln dokumentieren zahlreiche Dokumente, Fotos, Modelle und Fluggeräte den Werdegang der Flugtechnik. Lilienthal hatte den Flug der Vögel als Vorbild genommen und so das Prinzip „schwerer als Luft“ theoretisch erarbeitet. Denn Vögel sind schwerer als Luft, können aber trotzdem fliegen. In der Ausstellung sind beispielsweise verschiedene Flügelformen zu sehen, die Lilienthal baute, um zu testen. welche Flügelform am besten fürs Fliegen geeignet ist.

Wie Lilienthal das Geheimnis des Fliegens entdeckte

Die Ausstellung hat vier Schwerpunkte. Im Avatorium geht es um die Anfänge, in denen Lilienthal den Vogelflug studierte und seine Theorie für die Flugtechnik aufstellte. In der Werkstatt können Besucher anhand von 13 Flugapparaten die Gedanken Lilienthals nachvollziehen. Der dritte Bereich widmet sich dem Leben der Brüder Lilienthal, denn Otto wurde von seinem Bruder Gustav unterstützt. Beide waren auch als Unternehmer tätig und ließen zahlreiche Erfindungen patentieren. Im letzten Bereich, dem Pop-Up-Lexikon der Luftfahrt geht es um wichtige Erfindungen der Flugtechnik. Diese reichen vom chinesischen Drachen über den Heißluftballon bis zur Raumfahrt.

Flugpionier Otto Lilienthal

Der gebürtige Anklammer beschäftigte sich schon als Kind mit Fragen rund um das Fliegen. Auch während seines Studiums an der Gewerbeakademie in Berlin beschäftigte sich Lilienthal mit den Bedingungen, die das Fliegen ermöglichen. 1889 veröffentlichte er sein Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Danach begann Lilienthal mit den praktischen Flugversuchen, erst von Sandhügeln in Brandenburg und Berlin. Von 1893 an nutzte der Ingenieur und Unternehmer Hügel bei Stölln als Abflugorte. Dabei kamen unter anderem große Flügel aus Holz und Baumwolle für seine Flugversuche zum Einsatz. Zwei Jahre später startetet er sogar mit einen „Doppeldecker“. Im August 1896 stürzte Lilienthal aus 15 Meter Höhe am Gollenberg bei Stölln in die Tiefe. Schwer verletzt wurde er nach Berlin transportiert, wo er am 10. August starb.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

Otto-Lilienthal-Straße 50; 14728 Gollenberg, Ortsteil Stölln; Telefon: +49 (0) 3387590690; Öffnungszeiten: März Sa/So 11-16 Uhr, April bis Oktober Di-So 10-17 Uhr; Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4/4,50 Euro, Kombikarte mit Besuch des Flugzeugs IL-62, der Lady Agnes, 8 Euro, ermäßigt 7/7,50 Euro; Internet: otto-lilienthal.de

Anfahrt
Über die A24 Ausfahrt Neuruppin, dann über die Landesstraße L17 bis nach Rhinow und von dort nach Stölln
Bahnlinie RE2 bis Neustadt (Dosse), Buslinie 684 bis Stölln, Dorf nehmen.

In der Nähe

  • Gollenberg
  • Flugzeug Lady Agnes Il-62
  • Dorfkirche Stölln
  • Flugplatz Stölln-Rathenow
  • Gülper See
  • Kunsthaus Strodehne

Bildquellen

  • lilienthal-centrum-1: papageientaucher

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