Hamburger Bahnhof -Von Beuys bis Suzi Pop

Der Hamburger Bahnhof ist der einzige erhaltene Kopfbahnhof in der Hauptstadt und ein Refugium für moderne Kunst. Die Attraktivität des Museums im Bahnhofsgebäude basiert auf mehreren Sammlungen zeitgenössischer Kunst sowie wechselnden aktuellen Shows.

Sammlung Marx

Mit den Werken der Sammlung Marx wurde der Hamburger Bahnhof im Jahr 1996 eröffnet. Seitdem gehört die Sammlung des Berliner Unternehmers Dr. Erich Marx zum festen Inventar des Museums. Herausragende Werke von Künstlern wie Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Robert Rauschenberg oder Andy Warhol haben die Sammlung international berühmt gemacht. Verschiedener Künstler wie Sandro Chia, Enzo Cucchi, Rainer Fetting oder Georg Baselitz dokumentieren die Renaissance einer expressiven Malerei in den 80er Jahren in Europa.

Sammlungen der Nationalgalerie

Die Sammlung der Nationalgalerie umfasst die großen Entwicklungslinien in der Kunst von 1960 bis heute. Sie zeigt beispielsweise Umbrüche und Neudefinitionen in der Malerei. Zu sehen sind Werke von Gerhard Richter, A.R. Penck, Sigmar Polke und Imi Knoebel. Neben der Fotografie zählen multi-mediale Entwürfen in Video und Film zur modernen Kunst. Den Grundstock bilden die Sammlung von Mike Steiner zur Videokunst der 1970er Jahre sowie das Joseph Beuys-Medienarchiv. Zum Bestand zählen außerdem Schlüsselwerke der Videokunst von Peter Campus, Gary Hill, Marcel Odenbach, Nam June Paik, Bill Viola u.a. Werke jüngerer Künstler wie Michel Majerus, Corinne Wasmuth oder der Künstlergruppe Suzi Pop veranschaulichen die Veränderbarkeit des Visuellen im Zeitalter des Computers.

Kunst jeglicher Couleur im Hamburger Bahnhof

Zu den Zeitgenössischen Künstlern zählen unter anderem Stan Douglas, Isa Genzken, Rodney Graham, Andreas Hofer, Jason Rhoades, Pippilotti Rist, Anri Sala, Beat Streuli, Wolfgang Tillmans und, Jeff Wall. Die Werke der Sammlung umfassen dabei alle Medien von der Zeichnung, Druckgraphik, Malerei, Skulptur, Environment, Fotografie, Video bis hin zum Film. Von Künstlern wie Paul McCarthy, Jason Rhoades, Rodney Graham, Peter Fischli/David Weiss und Stan Douglas existieren in der Sammlung darüber hinaus besonders großformatige Werke: aufwendige Installationen ebenso wie komplexe Filmräume. Bis 2020 war als wesentlicher Bestand die Sammlung von Friedrich Christian Flick in den Rieck-Hallen am Hamburger Bahnhof zu sehen.

Sammlung Marzona

Die Sammlung Marzona ist eine der bedeutendsten Sammlungen zur konzeptuellen Kunst der Jahre 1965 bis 1978, mit Werken der Konzeptkunst, der Land- und Minimal-Art und der Arte Povera. Sie umfasst über sechshundert herausragende künstlerische Arbeiten, die sich heute auf den Hamburger Bahnhof und das Kupferstichkabinett verteilen.

Der Hamburger Bahnhof

Das Empfangsgebäude des ehemaligen Berliner Bahnhofs ist das einzige erhaltene, von den fünf großen Berliner Kopfbahnhöfe. Das Haus entstand 1846/47 nach Plänen von Friedrich Neuhaus, technischer Direktor der Berlin-Hamburger-Eisenbahn-Gesellschaft und dem Architekten Ferdinand Wilhem Holz. Knapp 40 Jahre später wurde der Bahnhof in spätklassizistischen Stil bereits wieder stillgelegt. Der nördlich gelegene Güterbahnhof war noch bis in die 1980er-Jahre in Betrieb. Im Bahnhofsgebäude wurde stattdessen1906 ein Verkehrs-und Baumuseum eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Grundstück der Reichsbahn. Ausstellungsobjekte des Museums wurde an das Technikmuseum Berlin und das Verkehrsmuseum Dresden übergeben. Erst Ende der 1980er-Jahre gab es wieder Ausstellungen im Haus. 1996 zog das Museum für Gegenwartskunst ein. 2004 finanzierte Friedrich Christian Flick den Umbau der Rieckhallen, um dort seine Sammlung zu präsentieren. Der Bund, als Nachfolger der Reichbahn, verkaufte das Areal 2007 an einen Investor. Der plant neue Häuser auf dem Gelände der Rieckhallen und Flick hat seine Sammlung aus Berlin abgezogen.

Papageien-Taucher-Infos/Tipp

Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin; Telefon: 030-266424242; Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr; Sa/So 11-18 Uhr; Eintrittspreise: 14 Euro, ermäßigt 7 Euro

Das Restaurant in Hamburger Bahnhof ist zu den Museumszeiten geöffnet; Telefon: 030-707136 50

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie bliebt das Museum im November 2020 geschlossen.

Anfahrt: Haltestelle Hauptbahnhof, RB-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 7, 10,14, 21

S-Bahnlinien 3, 5, 7, 9

U-Bahnlinie 5

Tram M5, M8, M10

Buslinien 120, 145, 147, 245, TXL

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Bildquellen

  • Hamburger Bahnhof: papageientaucher

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