Müncheberg – das Tor zur Märkischen Schweiz

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Müncheberg nennt sich das Tor zur Märkischen Schweiz. Die Kleinstadt mit knapp 7000 Einwohner ist auf dem Weg nach Buckow durchaus einen Abstecher wert. Vor allem die St. Marienkirche ist sehenswert. Außerdem können Reisende entlang der Stadtmauer die Altstadt umrunden und den beiden Wehrtürmen einen Besuch abstatten.

St. Marienkirche mit Schinkel-Turm

Das Gotteshaus St. Marien steht auf einem Hügel und fällt durch seine architektonischen Besonderheiten ins Auge. Verschiedenste Baustile zeichnen sich an der Fassade ab. Die erste gotische Hallenkirche entstand um 1268. Die Kirche aus Feldstein war ursprünglich einschiffig. Etwa 200 Jahre später wurde die Kirche vergrößert und die Mauer mit Backsteinen erhöht. So entstand eine zweischiffige Hallenkirche mit Sterngewölbe. Aus dieser Ausbauphase stammen auch die hohen Spitzbogenfenster. 1817 wurde nach Plänen des bekannten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel der Turm neu errichtet. Das zweite Turmgeschoss ist mit der Kirche verbunden. Besucher können durch den spitzbogenförmigen Torbogen zwischen Gotteshaus und Turm hindurchgehen.
Im April 1945 brannte die Kirche aus, nur der Turm blieb unbeschädigt. Erst 1991 begann mit Unterstützung eines Fördervereins der Wiederaufbau der Kirche zu einem multifunktionalen Gebäude. So hat die Bibliothek neben dem Gebetsraum ihr Domizil. Die Kirche kann während der Öffnungszeiten (siehe unten) der Bücherei besichtigt werden. Außerdem halten Mitglieder des Fördervereins die Kirche an Sonntagen in der Zeit von 14-17 Uhr offen, im Winterhalbjahr von 14-16 Uhr. Besucher können auch auf den Kirchturm steigen und von oben den Blick über die Stadt und die Märkische Schweiz schweifen lassen.

Berliner und Küstriner Turm

Die beiden Wehrtürme der Stadtmauer gehören zu den Sehenswürdigkeiten von Müncheberg. Der Berliner Turm, auch als Pulverturm bezeichnet, ist der ältere der beiden Verteidigungstürme und stammt von 1319. Der Pulverturm ist in den unteren Etagen aus Feldsteinen gemauert. Die Mauerstärke beträgt 1,80 Meter. In den oberen Geschossen befindet sich die Wachstube. Im Turm wurde auch Pulver gelagert. Er hat einen viereckigen Grundriss und diente in späteren Jahrzehnten auch als Gefängnis. Der Durchgang für Fußgänger entstand erst im 20. Jahrhundert.
Der Turm kann bei der Besichtigung der Ausstellung im danebenliegende Torhaus besichtigt werden. Die Ausstellung informiert über die Stadtgeschichte und den Berliner Turm (Öffnungszeiten und siehe unten).

Auf dem Küstriner Tor befindet sich ein Storchennest. Deshalb wird der runde Turm auch als Storchenturm bezeichnet. Das Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert hat in der unteren Etage eine Mauerstärke von 2,70 Metern. Auch der Storchenturm diente zeitweilig als Gefängnis. Das Erdgeschoss kann nach Voranmeldung bei der Touristeninformation besichtigt werden.
Von der einst sieben Meter hohen Stadtmauer sind noch 1,8 Kilometer erhalten. Besucher können so entlang der Mauer die Altstadt umrunden.

Zisterzienser machten das Land um Müncheberg urbar

Die Stadtgründung geht auf die Zisterzienser zurück. Heinrich der Bärtige übereignete dem Orden Land. Die Mönchen aus Lebus legte eine Siedlung an, die 1232 erstmals erwähnt wird. 1245 erhält der Ort das Marktrecht.  Um 1319 wird mit dem Bau der Stadtmauer begonnen. Trotz der Mauer gelangen Hussiten im 15. Jahrhundert in die Stadt und plündern sie. Auch der Dreißigjährige Krieg  fordert seinen Tribut. Erst im 17. Jahrhundert erholt sich Müncheberg. Die erste Poststation und der Bau der Reichsstraße 1 fördern den Marktstandort in Müncheberg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird in Müncheberg das Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung ins Leben gerufen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Teilung wird in Müncheberg weiter in punkto Ackerbau und Landwirtschaft geforscht.

Papageien-Taucher-Info/Tipp

St. Marienkirche, Ernst-Thälmann-Straße 52, 15374 Müncheberg; Telefon: 033432-77806; Öffnungszeiten: Mo-Fr. 10-16 Uhr, Di u. Do bis 18 Uhr, So 14-16 Uhr, im Sommer bis 17 Uhr; Internet: stadtpfarrkirche-muencheberg.de

Ausstellung und Touristeninformation: Ernst-Thälmann-Straße 101, 15372 Müncheberg; Telefon : 033432-70931; Öffnungszeiten: Mo, Di, Do u. Fr 10-16 Uhr, Mi 10-14 Uhr, Sa 10-12 Uhr; Internet: stadt-muencheberg.de.

Anfahrt über die Bundesstraßen 1, 5, 168

Regionalbahn Linie R26

Tipp: Im Sommer verbindet eine Kleinbahnlinie Buckow mit Müncheberg

In der Nähe

  • Schloss und Kirche Jahnsfelde
  • Buckow
  • Schloss Trebnitz
  • Schloss Neuhardenberg

 

Bildquellen

  • Stadtkirche St. Marien in Müncheberg mit Schinkel-Turm: papageientaucher

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