Holländisches Viertel – Klein-Amsterdam in Potsdam

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Holländische Viertel in Potsdam verströmt tatsächlich niederländisches Flair. Kein Wunder: Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm liebte alles Holländische und Baumeister Jan Bouman (1706-1776) war Holländer. So entstand das größte zusammenhängende Bauensemble im niederländischen Stil außerhalb der Niederlande. 134 Häuser mit ihren typischen Giebeln aus rotem Backstein stehen im barocken Viertel rund um Benkert- und Mittelstraße. An der Mittelstraße laden Restaurants, Cafés, Galerie und Läden zum Bummeln und Verweilen ein.

Soldatenkönig Friedrich Wilhelm hatte einen Faible fürs Holländische

Das Viertel entstand zwischen 1733 und 1742. Der preußische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. erteilte dem holländischen Baumeister Jan Bouman den Auftrag, auf dem sumpfigen Gelände eine Siedlung im holländischen Stil zu errichten. Dazu musste das Areal jedoch erst trockengelegt werden. Ein großes Bassin – am heutigen Bassinplatz – nahm das Wasser auf und leitete es in den Heiligen See.

Das Holländische Viertel war für Handwerker konzipiert

Zwei Typen von Häusern bestimmten das Antlitz des Viertels. Zum einen entstanden Giebelhäuser mit den typischen Giebeln zur Straßenfront hin. Die Traufenhäuser schließen dagegen mit einer klaren geraden Dachkante zur Straßenseite hin ab. Während in holländischen Städten die Häuser auch die gestalterischen Möglichkeiten ihrer Erbauer widerspiegeln, fehlt diese individuelle Note im Holländischen Viertel. Die Häuser waren für Handwerker errichtet worden.

Königlich forcierter Zuzug

Friedrich Wilhelm I. wollte niederländische Handwerker nach Potsdam holen. Sie waren damals die besten in Europa. Die Niederlande galten im 18. Jahrhundert als sehr fortschrittlich und modern. Um die begehrten Handwerker ins arme, rückständige Preußen zu locken, musste der König den Zuwanderern schon einiges bieten. Sie erhielten außer den Häusern Steuervorteile und Mahlrechte. Jedoch kamen nicht so viel Holländer wie geplant und so zogen auch französische Handwerker sowie Soldaten in die holländisch geprägten Wohnhäuser ein.

Bouman und Carl von Gontard lebten in Klein-Amsterdam

Zu den bekannten Bewohnern zählten unter anderem Baumeister Bouman. In seinem Wohnhaus an der Mittelstraße 8 informiert heute eine Museum über das Viertel (Öffnungszeiten: Mo-Fr 13-18 Uhr, Sa u. So 11-18 Uhr; Eintritt: 3 Euro ermäßigt 2 Euro; Führungen: 0151/ 70174908; Telefon: 0331/2803773). Der Architekt Carl von Gontard lebte in der Benkertstraße 16. Gontard arbeitete viel für Friedrich den Großen. Außerdem lebte im Haus Mitteltraße 25 der Hofbildhauer Friedrich Christian Glume.

Das Nauener Tor skizzierte Friedrich II.

Das Holländische Viertel liegt an der alten Zollmauer Potsdams. Das Nauener Tor (1755) ist das erste erhaltene Gebäude im neogotischen Stil auf dem europäischen Kontinent. Eine Skizze von Friedrich II. diente dem Architekten Johann Gottfried Büring als Vorlage für das Torgebäude mit den Kegeldächern. Gut hundert Jahre, 1867, später gab der deutsche König Wilhelm I. dem Tor bei der Renovierung sein Gepräge. Das Tor und der Platz davor sind ein beliebter Treffpunkt.

Papageien-Taucher-Info

Mittel- und Benkertstraße, 14469 Potsdam
Anfahrt: Tramlinie 92 und 96 bis Nauener Tor

Veranstaltungen
April: Tulpenfest am Bassinplatz
September: Töpfermarkt
Dezember: Weihnachtsmarkt

In der Nähe

  • Museum Barberini
  • Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
  • Filmmuseum
  • Nikolaikirche
  • Potsdam Museum

Bildquellen

  • Typisches Traufenhaus im Holländischen Viertel: papageientaucher

Vielleicht gefällt dir auch

%d Bloggern gefällt das: