Friedensstadt Weißenberg – in Frieden leben

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Friedensstadt ist eine ungewöhnliche Siedlung in der Nähe von Trebbin. Der Sozialreformer Joseph Weißenberg und Gründer der Johannischen Kirche initiierte nach dem Ersten Weltkrieg eine christliche Siedlungsgenossenschaft. Ihm und seinen Anhänger ging es nicht nur darum, preiswerten Wohnraum zu schaffen. Auch das friedliche, gemeinschaftliche Zusammenleben der neuen Kirchengemeinde war für die Genossen nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg Programm. So nannten sie ihre christliche Siedlung Friedensstadt.

Spaziergang durch eine wechselvolle Geschichte

Das Siedlungsgelände in Glau ist relativ weitläufig. Ein Rundweg führt an den verschiedenen Gebäude vorbei. Informationstafeln geben einen Überblick über die Geschichte der verschiedenen Häuser. Einige Gebäude sind noch in dem Zustand, in dem sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren. Teilweise wachsen Bäume aus den Dächern. Die meisten Häuser sind aber saniert und werden entweder als Wohnung, Therapieraum, Seniorenheim oder Büro genutzt. In der Mitte der Siedlung gibt es ein kleines Zentrum mit Bio-Biergarten, Reformhaus und Bio-Laden. Am Wochenende können Besucher dort nach dem Spaziergang durch eine wechselvolle Geschichte eine Pause einlegen.

Ein Ort des Friedens und der Liebe

An den Gebäuden spiegelt sich die wechselvolle Geschichte der Stadt wider. Denn die Nationalsozialisten hatten etwas gegen die frommen Genossen, die ein alternatives Leben führten. 1935 wurde die Kirche verboten und ihr Eigentum beschlagnahmt. Weißenberg (1855-1941) wurde inhaftiert und zur Zwangsarbeit verurteilt. Nach seiner Freilassung 1938 wurde er nach Schlesien verbannt und unter Hausarrest gestellt. Die Waffen-SS vertrieb unterdessen die Bewohner aus Friedensstadt. 1942 wurde in der Siedlung eine Außenstelle des Konzentrationslagers Sachsenhausen eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Rote Armee der Sowjetunion in die Siedlung, die dadurch als Militärgelände nicht öffentlich zugänglich war. Nach dem Abzug der Streitkräfte 1994 kam Friedensstadt wieder in Besitz der Johannischen Kirche. Seitdem werden die Häuser nach und nach saniert. Die Mitglieder der Kirche wollen aus Friedensstadt einen Ort der Liebe des Friedens und der Eintracht machen.

Papageien-Taucher-Info

Friedensstadt Weißenberg, 14959 Trebbin, Ortsteil Glau;
Biergarten „essen und trinken“, Bismarckstraße 9; Telefon: +49-33731-289555; Öffnungszeiten: Fr/Sa ab 17 Uhr, So ab 12 Uhr, um 21 Uhr ist Küchenschluss; Internet: wasschmeckt.de

Anfahrt: A 9 Abfahrt Beelitz-Heilstätten oder A 10 bis Abfahrt Ludwigsfelde-Ost, dann B 246 bis Trebbin über Löwendorf bis Glau, Ortsteil Blankensee
Bahn: RE 3 bis Trebbin, Bus 705 oder 751 bis Glau Dorfaue, von dort sind es noch zwölf Minuten Fußweg bis zur Friedensstadt

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Bildquellen

  • friedensstadt-3: papageientaucher

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