Finsterwalde – dort wo die Sänger wohnen

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Finsterwalde hat sich einen Namen als Sängerstadt gemacht. Es ist die einzige in Deutschland. In der alten Ackerbürgerstadt mit etwa 16200 Einwohnern zeichnet sich besonders gut der Wandel der Zeit ab. Besucher können in der Stadt vom Renaissance-Schloss über den Marktplatz bis zum modernen Tagebergbau wandern. Denn in Finsterwalde steht die größte bewegliche Förderbrücke der Welt.

Schloss Finsterwalde

Das Finsterwalder Schloss wurde in 15. und 16. Jahrhundert auf dem Grund einer Burg errichtet. Davor nutzten Raubritter die Burg, um Reisende zu überfallen. Denn Finsterwalde lag günstig an den Handelswegen nach Leipzig und Breslau. Bereits im 14. Jahrhundert erhielt die Stadt das Marktrecht. Im 16. Jahrhundert baute die Familie von Dieskau das Burgareal zum Schloss um. Im 19. Jahrhundert waren zwei Tuchfabriken im Schloss untergebracht.

1920 übernahm die Stadt das Schloss und 1920 tagten die Stadtverordneten erstmals im Sitzungssaal. Außerdem befindet sich in einer Remise an der Geschwister-Scholl-Straße 2 das Feuerwehrmuseum (Öffnungszeiten: Sonntag 10-12 Uhr). Der Schlosshof kann während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung besichtigt werden.

Kreismuseum Finsterwalde und Bürgerheide mit Tierpark

Im einstigen Material-, Tabak- und Destillationsgeschäft an der Langen Straße 6/8 ist das Kreismuseum zu finden. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1859. In der Ausstellung ist unter anderem ein Kaufmannsladen der Gründerzeit sowie eine alte Drogerie zu sehen. Außerdem informiert die Einrichtung über den „Chorwurm“ und die historische Entwicklung des Chorgesangs und der Sängerstadt (Telefon: +49 (0) 3531-30783; Öffnungszeiten: Oktober bis März Di-So 10-17 Uhr, April bis September Di-So 10-18 Uhr; Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro; Internet: museumsverbund-lkee.de).

Die Bürgerheide im Westen der Stadt ist zum Teil Stadtpark und geht dann in einen Wald über. In einem Teil der Bürgerheide liegt der Tierpark. Auf dem fünf Hektar großen Areal leben etwa 200 Tierarten.

Wasserturm und Kaufmannshaus

Zum Wahrzeichen der Stadt gehört der Wasserturm. Er wurde zwischen 1909-1910 nach dem Entwurf des Stadtbaumeister Paul Droste errichtet. Er ist 54 Meter hoch und ist gleichzeitig ein Baudenkmal, dass den Aufschwung der Stadt nach dem Ende der Gründerzeit markiert.
Im etwa gleichen Zeitraum, 1903, wurde das Kaufmannshaus AD. Bauer´s Witwe gebaut. Es gehört zu den schönsten Jugendstilbauten der Stadt. Der Warenspeicher dient inzwischen als Veranstaltungsort der Finsterwalder Stadtgespräche.

Rathaus auf dem Marktplatz

Das Rathaus auf dem Marktplatz stammt aus der Zeit des Barock. Bereits Ende des 15. Jahrhundert gab es ein Verwaltungsgebäude an dieser Stelle. Jedoch wurde der Ursprungsbau bei einem Brand stark beschädigt. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts begann der Wiederaufbau. Damals befand sich im Erdgeschoss eine Schenkstube sowie ein Bäcker und ein Fleischer. Außerdem gab es am Rathaus eine Elle, an der die Tuchhändler ihre Waren abmessen konnten. Inzwischen hat die Touristeninformation dort ihr Büro (siehe unten). Der Marktplatz ist fast ein Architekturmuseum. Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten säumen den großen Platz.

Finsterwalder Sängerfest

Das Lied „Wir sind die Sänger von Finsterwalde“ entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert schnell zu einem Hit. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich auch auf Grund des Schlager eine Tradition des Singens vornehmlich in Chören. Alle zwei Jahre lädt die Stadt Ende August zum Sängerfest ein. Nicht nur Sänger sondern auch Bands und Musikgruppen aus aller Welt kommen dann nach Finsterwalde. Im August 2020 gibt es wieder ein Sängerfest.

Trinitatiskirche

Die Trinitatiskirche wurde 1585 vollendet und zählt zu den so genannten Reformationskirchen. An der Nordseite präsentiert sich das Gotteshaus an der Schlossstraße 4 mit einem Renaissancegiebel. Auch der Altar stammt aus der Zeit der Renaissance. Der Innenraum des Gotteshauses ist relativ nüchtern gestaltet.

Bereits Slawen siedelten auf dem Gebiet des heutigen Schlosses

Slawen siedelt im ersten Jahrtausend in dem Bereich, in dem heute das Schloss steht. Später entstand rund um die Burg eine typisch ostelbische Kolonialstadt. Neben der Landwirtschaft beförderte die Lage an den Handelswegen nach Leipzig und Breslau sowie der Salzstraße in Richtung Jüterbog den Handel. Im ausgehenden Mittelalter bildete die Tuchherstellung den wichtigsten Wirtschaftszweig. Nach einem Zwischenspiel unter sächsischer Verwaltung wurde Finsterwalde nach den Wiener Kongress 1815 preußisch. Bis zum 1. Weltkrieg spielte die Tuch-Fabrikation eine bedeutende Rolle. Mit der Industrialisierung kamen moderne Betriebe aus der Metall-, Holz-, Glas-, Tabak- und Chemiebranche dazu.

Papageien-Taucher-Infos

Touristeninformation: Markt 1, 03238 Finsterwalde; Telefon: 03531-7177830; Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr, Mai bis September auch Sa 9-13 Uhr.

Anfahrt
A13 bis Ausfahrt Bronkow, L61 und B 96 bis Finsterwalde
RE2 bis Cottbus Hauptbahnhof, dann RB43 Richtung Herzberg bis Finsterwalde

In der Nähe

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  • Brikettfabrik Louise
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  • Töpferdorf Crinitz
  • Schlossanlage Doberlug
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  • Schloss Sallgast
  • Bauernmuseum Lindena

Bildquellen

  • finsterwalde-schloss: papageientaucher

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