Finkenherd – Geburtsstätte des deutschen Königtums

Mit dem Haus Finkenherd 1 in Quedlinburg hat es etwas Besonderes auf sich. Angeblich soll an dieser Stelle der sächsische Herzog Heinrich (876-936) erfahren haben, dass er zum deutschen König gewählt worden war. Heinrich, der den Beinamen der Vogler trug, war wohl bei der Jagd. Damals gab es an dieser Stelle weder ein Haus noch einen Platz.

Niedliches Fachwerkhaus

Ganz genau lässt sich nicht sagen, wann das Haus am Finkenherd 1 erbaut wurde. Es befindet sich an der Nordseite des Gebäudeensembles aus drei kleinen Häusern. Nach Expertenmeinungen ist der Fachwerkbau aber auf alle Fälle in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aufgestellt worden. Das puppenstubenartige Gebäude wurde auf dem Gelände errichten, auf dem sich zuvor der Kirchhof des Sankt-Johannis-Hospitals befand. Es steht auf einem Sandsteinsockel. Ursprünglich waren die Kassetten zwischen dem Ständerwerk mit Lehm und Stroh ausgefüllt. Sie wurden im Lauf der Zeit irgendwann mit Ziegeln modernisiert. Der Giebel stammt vermutlich aus der Zeit des Barock. So auch einige Fenster. Die rundbogige Türfassung könnte dagegen noch aus der Entstehungszeit des Hause stammen. Das alte Fachwerkhaus gehört genauso wie die ebenfalls anderen alten Häuser am Platz zum UNESCO-Welterbe.

Finkenherd

Finkenherd bezeichnet gleichzeitig den Platz im Ortsteil Westendorf. An dieser Stelle soll sich im 14. Jahrhundert ein Gasthof namens Finkenkrug befunden haben. Urkundlich erwähnt wird Finkenherd erstmals 1678. Eine blaue Tafel mit weißer Schrift erinnert an die Sage, nach der der sächsische Herzog Heinrich an dieser Stelle erfuhr, dass er deutscher König wird.

Geburtshaus des Landschaftsmalers Wilhelm Steuerwaldt

Jahrhunderte später erblickte der Landschaftsmaler Wilhelm Steuerwaldt (1815-1871) im Haus Finkenherd 1 das Licht der Welt. Sein Vater war Zeichenlehrer. Auch Wilhelm arbeitete nach der Ausbildung und seiner Rückkehr nach Quedlinburg als Zeichenlehrer. Er schuf mehr als 200 Gemälde mit vorwiegend romantischen Motiven seiner Heimat. 1839 erwarb er das Klopstockhaus.

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Bildquellen

  • finkenherd 1: papageientaucher

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