Abu Simbel – Fahrt zum Weltkulturerbe

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Die Fahrt nach Abu Simbel ist etwas strapaziös. Statt um vier Uhr früh wie sonst bei einer Nilkreuzfahrt üblich klingelt der Wecker bereits um 2.45 Uhr. Mehr Zeit, als schnell noch eine Tasse Kaffee im Vorbeigehen zu sich zu nehmen, bleibt nicht. Der Reisebus für die Fahrt in den äußersten Süden Ägyptens steht bereits an der Einfahrt.

Erklärungen zwischen Traum und Wirklichkeit

Wir sitzen kaum im Bus, als unser Reiseleiter uns an seinen Kollegen Hani weiterempfiehlt und sich verabschiedet. Hani spricht noch ein bisschen weniger gut deutsch als unser Reiseleiter. Jedoch muss die Ausbildung bei beiden ähnlich gewesen sein. Auch Hani beginnt bei Adam und Eva, um zu erklären, welchen immense Bedeutung die Tempelanlage des Pharaos Ramses II. hat. Das ist früh morgens um 3.30 Uhr etwas viel verlangt. Derweil begibt sich der Bus auf die Fahrt zum Sammelplatz in Assuan. Unterwegs werden weitere Reisende von den anderen Kreuzfahrtschiffen eingeladen.

Busse und Vans durchqueren im Konvoi die Wüste

Etwa 25 Reisebusse oder große Vans schließen sich an der Sammelstelle zu einem Konvoi zusammen. Die Sicherheitskräfte gucken unter jeden Wagen, kontrollieren die Busse. Schließlich startet der Konvoi in Richtung Süden. Es geht hinter Assuan noch im Dunkeln durch die Wüste. Auf der Fahrt ist wenig zu sehen. Zum einen ist es dunkel. Zum anderen handelt es sich eher um Gestein- und Geröllwüste. Diese Landschaft hat wenig gemein mit den faszinierenden Sanddünen, die die meisten Wüstenliebhaber im Kopf haben. Bis auf wenige Ausnahmen schlafen die Mitreisenden sowieso. Gegen fünf Uhr morgens schiebt sich langsam die Sonnenscheine über den Horizont. Es wird hell.

Fahrt nach Abu Simbel – der neue Nil

Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichen wir einen neugebauten Kanal. Dieser soll einmal ein neuer Nilarm werden, erklärt der Reiseleiter. Denn beim Bau des Assuanstaudamms wurde darauf verzichtet, einen gesonderten Ablauf einzubauen, der den wertvollen Nilschlamm nach Unterägypten durchlässt. Daher bleibt der Nilschlamm im Nasserstausee hängen. Voraussichtlich wird der Stausee in 300 Jahren völlig verschlampt sein. Doch bereits vorher soll das Nilwasser über den neuen Kanal nach Unterägypten fließen, damit  ausreichend Wasser für die Felder vorhanden ist. 20 Kilometer dieses neuen Nilarms sind schon fertig. Ob diese Lösung sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.

Stippvisite bei Ramses II. in Abu Simbel

Nach vier Stunden Fahrt durch öde Wüstenlandschaft erreichen wir endlich Abu Simbel. Wir dürfen 15 Minuten durch den Tempel des größten Bauherren des ägyptischen Altertums streifen. Dann spult Reiseleiter Hani sein Programm ab. Als er mit seinen doch etwas weitschweifigen Erklärungen fertig ist, sind die anderen Reisegruppen bereits in den Tempeln. Dort ist es nun voll. Eine gute Organisation gehört leider nicht zu den herausragenden Eigenschaften der Ägypter. Ich warte darauf, dass der Besucherstrom etwas abebbt, ehe ich mich ins einstige Heiligtum begebe. 2011, vor den Unruhen in Ägypten, muss es in der Tempel Anlage rappel voll gewesen sein. Derzeit sich durchaus Lücken zu finden, in denen nicht ganz so viel Menschen das Betrachten der Tempelwände und Skulpturen einschränken. Innen ist fotografieren leider verboten.

Die Baufirma Hochtief ist in Ägypten berühmt

Die Tempel von Ramses dem Großen und seiner Lieblingsfrau Nefertari standen ursprünglich etwas weiter nördlich. Diese Tempel wären wie etliche andere auch für immer in den Fluten des Nasserstausees verschwunden, wenn nicht durch eine außergewöhnliche Rettungsaktion die sakrale Stätte vor dem Untergang bewahrt worden wäre. So ist die Baufirma Hochtief in Ägypten in aller Munde. Sie übernahm das Zerlegen der Tempelanlage und den Wiederaufbau ein paar hundert Kilometer weiter. Inzwischen haben sich auch die Anwohner vom einstigen Dorf bei Abu Simbel in der Nähe des neuen Touristenmagneten ein neues Dorf aufgebaut.

Fata Morgana in der Wüste

Nach zwei Stunden Besichtigung von Abu Simbel geht es wieder zurück. Natürlich führt der Weg wieder durch den obligatorischen Basar. Dort versuchen die vielen Händler den wenigen Touristen, die überhaupt noch nach Abu Simbel kommen,  etwas aufzuschwatzen. Inzwischen ist es so heiß, dass auf den hellen Flächen der Wüste Fata Morganas zu sehen sind. An den Tankstellen vor Assuan stauen sich Lkw auf der Straße. Sie warten darauf, zum Tanken vorfahren zu können. Es gibt offensichtlich Engpässe bei der Lieferung von Benzin. Unser Bus darf gleich vorfahren und tanken­ – es sind ja Touristen an Bord. Schließlich fährt der Bus nach Assuan hinein und lädt seine Gäste vor den Kreuzfahrtanleger aus. Wir werden von unserem ursprünglichen Reiseführer empfangen und über die Corniche von Assuan zum Schiff gebracht.

 

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